Avantium, Aktie

Avantium Aktie: Kapitalerhöhung drückt Kurs ein

Veröffentlicht am: 28.10.2026 um 09:58 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die abgesicherte Emission über 55,45 Millionen Euro soll Betriebskapital bereitstellen und den Weg zur Kommerzialisierung finanzieren.
Moderne Chemieanlage in der Abenddämmerung mit atmosphärischer Beleuchtung als Symbol für die industrielle Entwicklung. Illustration mit AI erstellt.

Avantium verliert heute 24% an der Börse. Auslöser ist die gestern gestartete Bezugsrechtsemission über 55,45 Millionen Euro. Mit dem Geld will das Unternehmen eine Lücke beim Betriebskapital schließen sowie das Hochfahren und die Kommerzialisierung seiner FDCA Flagship Plant finanzieren. Heute hat der Handel mit den Bezugsrechten begonnen.

Kapitalbedarf trifft auf hohen Ausgabeabschlag

Nach Unternehmensangaben umfasst die Emission 33.608.956 Aktien zu einem Ausgabepreis von jeweils 1,65 Euro. Dieser liegt um 42,7% unter dem theoretischen Kurs nach Abtrennung der Bezugsrechte. Der Abschlag bezieht sich damit ausdrücklich auf diese rechnerische Bezugsgröße und nicht auf den aktuellen Börsenkurs.

Die Kapitalaufnahme verbindet zwei Aufgaben: Sie soll den kurzfristigen Finanzierungsbedarf decken und zugleich den weiteren Weg zur Kommerzialisierung unterstützen. Für Anleger steht deshalb nicht allein der Ausgabeabschlag im Mittelpunkt. Entscheidend ist auch, dass Avantium die Mittel zur Schließung einer Betriebskapitallücke benötigt.

Das Bezugsverhältnis beträgt vier zu drei. Die Emission ist vollständig durch verbindliche Zusagen und eine Übernahmegarantie abgesichert. Diese Absicherung betrifft die Platzierung der angebotenen Aktien; die Verwendung der Mittel bleibt an die genannten Finanzierungsaufgaben geknüpft.

Zusagen sichern die Platzierung ab

Zusagen von Aktionären und Ankerinvestoren belaufen sich auf 13,41 Millionen Euro. Für die verbleibenden rund 42,04 Millionen Euro besteht eine vollständige Übernahmegarantie. Damit stützt sich die Emission sowohl auf konkrete Investitionszusagen als auch auf die Absicherung des restlichen Volumens.

Diese Struktur ist für die Einordnung des Kursrückgangs wichtig: Die Nachricht beschreibt keine ungesicherte Suche nach frischem Kapital. Sie zeigt vielmehr einen konkret abgesicherten Finanzierungsschritt, dessen Anlass dennoch ein zusätzlicher Mittelbedarf ist. Die Absicherung der Platzierung und die wirtschaftliche Notwendigkeit der Kapitalaufnahme sind dabei getrennt zu betrachten.

Zum umfassenderen Finanzierungsplan gehört außerdem ein vorgeschlagenes Darlehen von NOM über 20 Millionen Euro. Dieses ist damit nicht als bereits ausgezahlte Finanzierung einzuordnen.

Bezugsrechte setzen die nächsten Fristen

Der heute begonnene Bezugsrechtshandel läuft laut Avantium bis zum 6. November. Als Frist für die Ausübung hat das Unternehmen den 10. November festgelegt.

Für Aktionäre rücken damit die Bedingungen und Fristen der Kapitalmaßnahme in den Vordergrund. Die Emission soll den finanziellen Spielraum für das Hochfahren der Anlage schaffen. Sie ist jedoch nicht mit einem bereits abgeschlossenen Hochlauf oder einer vollzogenen Kommerzialisierung gleichzusetzen. Genau darin liegt die zentrale Unterscheidung: Avantium sichert Kapital für die nächsten operativen Schritte, nicht deren Ergebnis.

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