Axcelis Aktie: Prognose rauf, Kurs runter
Veröffentlicht am: 06.08.2026 um 16:00 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Axcelis übertrifft im zweiten Quartal die Erwartungen von Wall-Street-Analysten deutlich und hebt sogar die Jahresprognose an. Trotzdem schickt die Börse die Aktie vorbörslich nach unten. Ein Blick auf die Details erklärt, warum Anleger trotz der guten Nachrichten skeptisch bleiben.
Zahlen über Plan, Reaktion darunter
Der Umsatz kletterte im zweiten Quartal auf 215,2 Millionen Dollar – Analysten hatten im Schnitt nur 203,4 Millionen Dollar erwartet. Auch beim Gewinn lag Axcelis über Plan: Der bereinigte Gewinn je Aktie stieg auf 1,06 Dollar, deutlich mehr als die veranschlagten 0,89 Dollar.
Nach US-GAAP blieben unterm Strich 0,75 Dollar je Aktie übrig, weniger als die 0,98 Dollar im Vorjahresquartal. Der Rückgang geht auf höhere Kosten im Zusammenhang mit der geplanten Fusion mit Veeco Instruments zurück.
Die Börse reagierte dennoch kühl. Die Aktie fiel vorbörslich um 4,27 Prozent auf 130,84 Dollar, nachdem sie zuvor bei 136,67 Dollar geschlossen hatte.
Warum Anleger genauer hinschauen
Der Grund liegt im Detail: Die bereinigte Bruttomarge kam mit 42,7 Prozent leicht unter der eigenen Zielmarke von 43 Prozent herein. Belastet haben ein ungünstigerer Produktmix im Servicegeschäft CS&I sowie höhere Servicekosten.
Die Betriebskosten lagen mit 60 Millionen Dollar ebenfalls über der Prognose von 59 Millionen Dollar – vor allem wegen höherer variabler Vergütungen infolge der starken Performance. Hinzu kommt die noch offene Fusion mit Veeco: Sie braucht weitere behördliche Freigaben, unter anderem von der chinesischen Wettbewerbsbehörde SAMR, was zusätzliche Unsicherheit in die Bewertung bringt.
Ausblick angehoben
Für das dritte Quartal rechnet das Management mit rund 230 Millionen Dollar Umsatz und einem bereinigten Gewinn je Aktie von etwa 1,11 Dollar. Für das Gesamtjahr 2026 erwartet Axcelis nun ein Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich, nachdem zuvor nur ein stabiler Umsatz auf Vorjahresniveau in Aussicht stand.
Getragen wird die Anhebung vom Geschäft mit Speicherchips und Leistungshalbleitern sowie vom wachsenden Servicegeschäft CS&I. Das Verhältnis von Auftragseingang zu Umsatz (Book-to-Bill) liegt seit drei Quartalen nahe der Marke von 1,0 – ein Signal für stabilere Nachfrage in den Endmärkten. Mit 577 Millionen Dollar an Barmitteln und Wertpapieren verfügt das Unternehmen zudem über einen soliden finanziellen Puffer.
Management sieht die positive Nachfrageentwicklung auch 2027 anhalten, gestützt durch neue Reinraumkapazitäten bei Speicherchip-Kunden und eine anziehende Erholung im Bereich Siliziumkarbid. Die für die zweite Jahreshälfte 2026 angepeilte Fusion mit Veeco bleibt dabei der zentrale offene Punkt – solange die verbleibenden Genehmigungen fehlen, bleibt ein Stück Unsicherheit im Kurs.
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