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Axon Aktie: Los Angeles bestätigt 235-Millionen-Vertrag

Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 23:05 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Los Angeles prüft einen Zehnjahresvertrag mit Axon über 235 Millionen US-Dollar, während Margen sinken und Analysten die Bewertung kritisieren.

Uniformierter Ordnungshüter mit ungebrandeter Körperkamera bei Nacht in der Stadt
Axon Enterprise Inc. setzt Bodycams im städtischen Polizeieinsatz ein, ISIN US05464C1018 auf NASDAQ Illustration mit AI erstellt.

Das Los Angeles Police Department will die Zusammenarbeit mit Axon Enterprise langfristig vertiefen. Eine entsprechende Beschlussvorlage für einen neuen Zehnjahresvertrag über 235 Millionen US-Dollar liegt am heutigen Dienstag dem Board of Police Commissioners vor. Die Vereinbarung sieht eine weitreichende Modernisierung der polizeilichen Ausrüstung vor.

Ausbau der Überwachungstechnik und KI-Einsatz

Das Vertragspaket umfasst unter anderem mehr als 1.600 Kameras für Streifenwagen, die mit automatischer Kennzeichenerkennung ausgestattet sind. Zudem beinhaltet der Kontrakt den Austausch von Bodycams sowie Tasern und regelt die Bereitstellung von Cloud-Speicher. Ab Januar 2028 ist außerdem die Einführung der Funktion Draft One vorgesehen, mit der Einsatzberichte mithilfe künstlicher Intelligenz entworfen werden.

Ergänzend dazu startet ein dreimonatiges kostenloses Pilotprojekt unter dem Namen Axon Lightpost. Dabei kommen Kameras an Straßenlaternen zum Einsatz, die gemeinsam mit dem Subunternehmer Ubicquia umgesetzt werden. Die Erneuerung der Verträge erfolgt vor dem Hintergrund eines Prüfberichts vom Juli, in dem Datenschutzbedenken bezüglich der Kennzeichenerfassung thematisiert worden waren.

Parallel zeichnen sich weitere Aufträge im US-Geschäft ab. Im texanischen Travis County wird derzeit über das Budget abgestimmt, das mehr als zwei Millionen US-Dollar für eine Erweiterung bestehender Axon-Verträge vorsieht. Diese Mittel sollen unter anderem für Sicherheitsdrohnen verwendet werden.

Volle Auftragsbücher treffen auf Margendruck

Die neuen Auftragsinitiativen stützen die Visibilität des Unternehmens. Die künftigen Vertragsbuchungen stiegen zuletzt um 40 Prozent auf 15,1 Milliarden US-Dollar. Für das Gesamtjahr peilt das Management ein Umsatzwachstum zwischen 32 und 34 Prozent an.

Allerdings trübten zuletzt operative Belastungen das Bild. Im zweiten Quartal ging die bereinigte Bruttomarge im Jahresvergleich um 40 Basispunkte auf 62,9 Prozent zurück. Im Software- und Dienstleistungsbereich verringerte sich die Marge um 380 Basispunkte auf 75,1 Prozent.

Die jüngste Platzierung einer Nullkupon-Wandelanleihe sorgte an den Märkten zudem für Verunsicherung über Verwässerungseffekte. Im deutschen Handel notiert das Papier heute bei 401,00 Euro, was einem Anstieg von 1,7 Prozent entspricht. Über einen Zeitraum von 30 Tagen verzeichnet die Aktie jedoch ein Minus von 22 Prozent.

Hohe Bewertung ruft Skeptiker auf den Plan

Angesichts der Kursverluste bleibt die Marktbewertung ein zentrales Diskussionsthema. Analyst Benjamin C. Barry stuft die Aktie mit Blick auf den Zeitraum bis 2028 mit „Sell“ ein. Er begründet seine Skepsis mit dem hohen Multiplikator auf den freien Cashflow und verweist darauf, dass die langfristigen Finanzziele bereits im Kurs reflektiert seien.

Axon strebt für das Jahr 2028 einen Umsatz von sechs Milliarden US-Dollar an. Gleichzeitig visiert das Unternehmen eine bereinigte EBITDA-Marge von 28 Prozent an. Ob diese Ambitionen die Bewertung rechtfertigen, hängt maßgeblich von der Umsetzung neuer Großverträge wie jenem in Los Angeles ab.

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