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Bajaj Mobility: 147.572 MotorrÀder im H1

Veröffentlicht am: 12.09.2026 um 02:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Bajaj Mobility steigert den Halbjahresumsatz deutlich und erreicht operativ wieder schwarze Zahlen, wÀhrend Schulden die Börsenstimmung belasten.

Bajaj Mobility: MotorradgeschÀft wÀchst trotz Kurskorrektur stark
Moderne industrielle Fertigungslinie fĂŒr MotorrĂ€der in einer hochtechnologischen Produktionshalle. Illustration mit AI erstellt.

Die Aktie der Bajaj Mobility AG verzeichnete am gestrigen Freitag einen RĂŒckgang von 4,0 % und schloss bei 28,70 €. Damit setzt sich eine kurzfristige Korrekturbewegung fort, in deren Verlauf das Papier innerhalb der vergangenen sieben Tage knapp ein Zehntel an Wert verlor.

Trotz dieser jĂŒngsten SchwĂ€chephase weist der Titel seit Jahresbeginn eine positive Wertentwicklung von 91 % auf, was die deutliche operative Erholung seit der Umfirmierung und Restrukturierung zu Beginn des Jahres widerspiegelt.

Deutlicher Umsatzsprung im MotorradgeschÀft

Die operativen Kennzahlen fĂŒr das erste Halbjahr 2026 verdeutlichen den laufenden Transformationsprozess des Unternehmens, das seit Januar unter seinem neuen Namen firmiert. In den ersten sechs Monaten des Jahres stieg der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 65,0 % auf 701,4 Millionen Euro. Besonders krĂ€ftig wuchs dabei das Segment MotorrĂ€der, das Erlöse in Höhe von 579,6 Millionen Euro erzielte – ein Plus von 109,1 %.

Weltweit verkaufte das Unternehmen im ersten Halbjahr 147.572 MotorrÀder, was einer Steigerung von 81 % entspricht. Vor rund zwei Wochen wurde bekannt, dass das Unternehmen im zweiten Quartal 2026 mit einem EBIT von 1,3 Millionen Euro erstmals seit dem Abschluss der Restrukturierungsphase wieder ein positives operatives Ergebnis erzielen konnte. Zum Vergleich: Im Vorjahresquartal stand hier noch ein Verlust von 164,7 Millionen Euro zu Buche.

Finanzielle Altlasten und Refinanzierung

Trotz der operativen Fortschritte zeigen sich Marktteilnehmer bei der Bewertung der Finanzstruktur zurĂŒckhaltend. Medienberichten zufolge belasten der negative freie Cashflow sowie eine hohe Verschuldung die Stimmung. Das VerhĂ€ltnis von Schulden zu Eigenkapital (Debt-to-Equity) wurde zuletzt mit 2,71 angegeben. Zudem fehlt bislang eine formale Prognose fĂŒr das weitere GeschĂ€ftsjahr, was die Unsicherheit an der Börse verstĂ€rkt.

Um die Kapitalbasis langfristig zu sichern, wurde bereits im Februar eine umfassende Refinanzierung abgeschlossen. Ein internationales Bankenkonsortium, bestehend aus der J.P. Morgan SE, HSBC, der DBS Bank Limited und der MUFG Bank Ltd., gewĂ€hrt der Tochtergesellschaft KTM AG einen unbesicherten Kredit ĂŒber 550 Millionen Euro mit einer Laufzeit von fĂŒnf Jahren.

Mit diesen Mitteln wurde unter anderem ein Restrukturierungskredit der Bajaj Auto International Holdings B.V. in Höhe von 473 Millionen Euro zurĂŒckgezahlt.

Management und Insider setzen auf Erholung

Parallel zur finanziellen Neuordnung verstĂ€rkte das Unternehmen seine FĂŒhrungsebene. Seit April fungiert Stephan Reiff, der zuvor fĂŒr BMW Motorrad tĂ€tig war, als Chief Commercial Officer im Vorstand der KTM AG. Im Juni stieß zudem Christof Lischka als Chief Technology and Product Officer zum FĂŒhrungsteam.

Diese personelle Neuausrichtung wurde im FrĂŒhsommer durch KĂ€ufe aus dem engsten FĂŒhrungskreis untermauert. So erwarben CEO Gottfried Neumeister und CFO Petra Preining im Juni in mehreren Transaktionen eigene Aktien.

Das Vertrauen der FĂŒhrungsebene trifft auf eine stabilisierte Bilanz: Zum Ende des ersten Quartals 2026 wies Bajaj Mobility ein Eigenkapital von 350,7 Millionen Euro aus. Auch sportliche Erfolge wie der 21. Titel bei der Dakar Rally zu Beginn des Jahres und die VerlĂ€ngerung des MotoGP-Engagements bis 2031 flankieren den eingeleiteten Sanierungskurs.

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