Banca Monte dei Paschi di Siena Aktie: Gegenangriff mit 34 Milliarden
Veröffentlicht am: 21.08.2026 um 12:14 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Wer übernommen werden soll, kann auch selbst zum Käufer werden. Monte dei Paschi zeigt genau das: Statt sich der Offerte von Intesa Sanpaolo zu fügen, greift die einstige Krisenbank aus Siena nach zwei anderen italienischen Instituten — und macht sich damit selbst zu groß für einen Übernahmeversuch.
Am Freitag legte MPS Gebote in eigenen Aktien für Banco BPM und Banca Generali vor. Für Banco BPM bietet die Bank Papiere im Wert von 25,3 Milliarden Euro, für Banca Generali kommen 8,7 Milliarden Euro hinzu. In Summe wollen MPS-Chef Luigi Lovaglio und sein Team damit ein 34-Milliarden-Euro-Paket stemmen — finanziert komplett über eigene Aktien, nicht in bar.
Zwei Gebote, ein Ziel
Die Ankündigung zielt vor allem auf eine Abwehr: Intesa Sanpaolo hatte im Juni ein Übernahmeangebot für MPS vorgelegt, das die Bank aus Siena mit gut 30 Milliarden Euro in bar und Aktien bewertet. Ein zuvor versuchter Zusammenschluss mit Banco BPM auf Augenhöhe war für Lovaglio gescheitert. Jetzt versucht er es mit einer direkten Übernahme statt einer Fusion unter Gleichen.
Wichtig für die Aktionäre: Die beiden Gebote sind laut Lovaglio nicht aneinander gekoppelt. MPS würde sich auch mit nur einem der beiden Zukäufe zufriedengeben. Das signalisiert Flexibilität — dürfte aber auch zeigen, wie unsicher der Ausgang beider Offerten ist. Experten halten es für schwierig, dass MPS überhaupt eines der beiden Vorhaben zum Erfolg führt.
Um die eigenen Aktionäre bei der Stange zu halten und von einem Verkauf ihrer Anteile an Intesa abzuhalten, hat Lovaglio zusätzlich eine Sonderdividende von vier Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Sie soll teils aus Bargeld, teils aus Generali-Aktien im Bestand der Bank bestehen. Über das gesamte Vorhaben sollen die MPS-Anteilseigner am 29. Oktober auf einer außerordentlichen Hauptversammlung abstimmen.
An der Börse blieb die Reaktion verhalten. Die MPS-Aktie bewegte sich am Vormittag kaum, während Banco BPM und Banca Generali leicht nachgaben. Intesa Sanpaolo legte dagegen leicht zu — ein Hinweis darauf, dass der Markt der Turiner Bank weiterhin bessere Karten im laufenden Übernahmepoker zutraut.
Sollte Intesa am Ende doch zum Zug kommen, würde MPS nicht vollständig im Turiner Konzern aufgehen: Um kartellrechtliche Bedenken auszuräumen, will Intesa die Marke Monte dei Paschi, rund die Hälfte der Filialen sowie große Teile der Konzernzentrale an den Versicherer Unipol weiterreichen. Die Entscheidung darüber fällt spätestens am 29. Oktober, wenn die MPS-Aktionäre über Lovaglios Gegenplan abstimmen.
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