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Banca Monte dei Paschi di Siena Aktie: Meloni gegen Intesa-Zerschlagung

Veröffentlicht am: 15.08.2026 um 20:04 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Italiens Regierungschefin lehnt Aufspaltung der Bank MPS ab. Der Widerstand gegen die Intesa-Übernahme wächst, während der Finanzsektor unter Steuerdebatten leidet.

Meloni stellt sich gegen Zerschlagung der Traditionsbank MPS
Moderne Bankarchitektur bei Dämmerung, die eine seriöse und professionelle Finanzatmosphäre vermittelt. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni hat sich gestern in einem Interview mit der Fachzeitung Milano Finanza gegen eine Aufteilung der Traditionsbank Banca Monte dei Paschi di Siena (MPS) ausgesprochen. Damit erhält die Führung des Instituts in Siena prominente politische Rückendeckung in ihrem Bestreben, die Eigenständigkeit und Identität der ältesten Bank der Welt zu wahren. Hintergrund der Debatte ist eine nicht angeforderte Übernahmeofferte von Intesa Sanpaolo im Volumen von 36 Milliarden Euro.

Politischer Widerstand gegen Intesa-Pläne

Laut Medienberichten sieht der Plan von Intesa Sanpaolo vor, im Falle einer erfolgreichen Übernahme wesentliche Teile von MPS direkt wieder zu veräußern. So sollen etwa die Hälfte der Filialen, der historische Hauptsitz in Siena sowie die Marke selbst an den Versicherer Unipol gehen, um sie dort mit der BPER-Bank zu verschmelzen.

Meloni betonte hingegen, dass MPS nach der staatlichen Rettung im Jahr 2017 inzwischen wieder „gesund“ und das „wertvollste Stück“ im aktuellen Konsolidierungsprozess der italienischen Bankenlandschaft sei.

Die Regierung in Rom, die derzeit noch einen Minderheitsanteil von 4,86 Prozent an dem Institut hält, sieht in der Zerschlagung eine Gefahr für die regionale Verankerung. Meloni forderte, dass die Bank ihren Namen behalten und die strategischen Funktionen am Standort Siena gesichert werden müssten.

Diese Haltung wird auch vom PD in der Toskana geteilt, der für den 20. August Gespräche mit Finanzminister Giorgetti angekündigt hat, um konkrete Beschäftigungsgarantien einzufordern.

CEO bekräftigt Integrität der Bank

Heute unterstrich MPS-CEO Luigi Lovaglio diese Position bei der Verleihung des „Premio Mangia“ in Siena. Wie Dow Jones berichtete, erklärte Lovaglio im Rahmen der Feierlichkeiten im Teatro dei Rinnovati, dass die Bank eine „Seele“ habe und man Seelen nicht teilen könne.

Lovaglio, der für seine Verdienste um die Sanierung des Instituts geehrt wurde, prüft derzeit aktiv Verteidigungsoptionen gegen den Vorstoß von Intesa. Er vertritt die Ansicht, dass das Angebot die Aktionäre nicht in vollem Umfang entlohnt.

Überschattet wird die aktuelle Debatte von Berichten über Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Mailand. Diese richten sich gegen Lovaglio sowie die Großinvestoren Caltagirone und Delfin wegen mutmaßlicher Marktmanipulation im Zusammenhang mit einem Übernahmeangebot für Mediobanca.

Alle Beteiligten weisen die Vorwürfe zurück. Diese juristischen Entwicklungen könnten den laufenden Integrationsprozess im italienischen Finanzsektor zusätzlich verkomplizieren, da Lovaglios Mandat im kommenden Frühjahr ausläuft.

Steuerdebatte belastet Finanzsektor

Zusätzliche Unsicherheit für den Sektor resultiert aus dem Haushaltsstreit innerhalb der Regierungskoalition. Wie die Zeitung La Stampa berichtet, drängt die Lega auf eine dreijährige Sondersteuer in Höhe von fünf Prozent auf die Gewinne der zehn größten Banken des Landes.

Während Scope Ratings davon ausgeht, dass eine solche Maßnahme die Kreditprofile der Institute nicht wesentlich schwächen würde, befürchten Beobachter eine abschreckende Wirkung auf internationale Investoren.

Die Aktie von Banca Monte dei Paschi di Siena schloss am Freitag bei 12,03 Euro. Mit einer Marktkapitalisierung von 36,20 Milliarden Euro notiert das Papier derzeit nur etwa 0,4 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch.

Seit Beginn des Jahres hat der Wert um 32 Prozent zugelegt, was die erfolgreiche Privatisierung und die verbesserte Profitabilität des Instituts widerspiegelt. Anleger beobachten nun genau, ob die politische Intervention aus Rom die Übernahmeambitionen von Intesa Sanpaolo bremsen wird.

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