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Banca Monte Dei Paschi Siena Aktie: 34-Milliarden-Gebot für BPM und Generali

Veröffentlicht am: 22.08.2026 um 07:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die italienische Bank MPS will mit zwei Aktientauschangeboten im Volumen von 34 Milliarden Euro eine Übernahme durch Intesa Sanpaolo abwehren und einen neuen Branchenriesen formen.

MPS plant milliardenschweren Doppel-Deal gegen Intesa-Übernahme
Abstrakte Darstellung eines modernen Finanzviertels, das institutionelle Fusionen und strategisches Kapital symbolisiert. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die italienische Traditionsbank Banca Monte dei Paschi di Siena (MPS) geht in die Offensive, um ihre Unabhängigkeit zu sichern. Das Institut hat am gestrigen Freitag zwei gleichzeitig verlaufende Aktientauschangebote für die Konkurrenten Banco BPM und Banca Generali angekündigt.

Mit einem Gesamtvolumen von rund 34 Milliarden Euro zielt dieser strategische Doppelzug darauf ab, eine Übernahme durch den Branchenriesen Intesa Sanpaolo zu verhindern, der zuvor ein feindliches Gebot in Höhe von 36 Milliarden Euro vorgelegt hatte.

Die Details des milliardenschweren Aktientauschs

Der Plan sieht vor, die Aktionäre beider Zielgesellschaften vollständig mit neuen MPS-Aktien zu entschädigen. Für jede Aktie der Banco BPM bietet MPS 1,567 eigene Anteile, was einer Bewertung der Bank von etwa 25,3 Milliarden Euro entspricht.

Den Aktionären von Banca Generali werden 6,958 MPS-Aktien pro Anteilsschein geboten, womit dieses Institut mit rund 8,72 Milliarden Euro bewertet wird. Während das Angebot für Banco BPM keinen Aufschlag auf den letzten Börsenkurs enthält, beinhaltet die Offerte für Banca Generali eine Prämie von gut 10 Prozent.

Um die Zustimmung der eigenen Anteilseigner für die notwendige Kapitalerhöhung zu sichern, stellt das Management von MPS eine Sonderausschüttung in Aussicht. Diese geplante Sonderdividende hat ein Gesamtvolumen von 4 Milliarden Euro, was rechnerisch 1,208 Euro je Aktie entspricht. Davon soll etwa ein Viertel in bar ausgezahlt werden, während der Rest in Form von Aktien der Versicherungsgruppe Generali an die Aktionäre fließen soll.

Entstehung eines neuen italienischen Bankenriesen

Sollten die Transaktionen erfolgreich abgeschlossen werden, würde die drittgrößte Bankengruppe Italiens entstehen. Das fusionierte Institut käme pro forma auf eine Bilanzsumme von 466 Milliarden Euro und würde ein verwaltetes Kundenvermögen von insgesamt 810 Milliarden Euro kontrollieren.

Das Management erwartet durch den Zusammenschluss jährliche Synergieeffekte in Höhe von 2,6 Milliarden Euro, denen einmalige Integrationskosten von etwa 2,5 Milliarden Euro gegenüberstehen.

Nach dem Vollzug der Fusion würden die bisherigen MPS-Aktionäre 50,1 Prozent am neuen Unternehmen halten. Auf die Anteilseigner der Banco BPM entfielen 37,2 Prozent, während die Aktionäre von Banca Generali 12,7 Prozent der Anteile halten würden. Zu den künftigen Großaktionären gehörten dann prominente Namen wie die Holding Delfin mit 17,5 Prozent und die Caltagirone-Gruppe mit 10,2 Prozent.

Skepsis bei Analysten und juristisches Nachspiel

Trotz der strategischen Logik reagierten Marktteilnehmer und Analysten verhalten auf die Nachricht. Die Experten des Analysehauses Equita bezeichnen das Vorhaben als komplex und mit hohen Ausführungsrisiken behaftet. Sie weisen darauf hin, dass die Entscheidung im Verwaltungsrat von MPS nicht einstimmig fiel, da sich vier Mitglieder bei der Abstimmung enthielten. Zudem äußerte Credit Agricole, die fast 30 Prozent an Banco BPM hält, Zweifel am langfristigen Wertschöpfungspotenzial des Geschäfts.

Parallel dazu bereitet die Konkurrentin Intesa Sanpaolo rechtliche Schritte vor. Medienberichten zufolge prüft das Rechtsteam der Bank eine Beschwerde bei der italienischen Marktaufsichtsbehörde CONSOB. Dabei geht es um die Art der Kommunikation von MPS im Zusammenhang mit dem Gegenangebot.

Anleger beobachten nun die weiteren Schritte genau: Seit Jahresbeginn konnte das Papier von MPS bereits um 26 Prozent zulegen, notiert jedoch mit 11,52 Euro derzeit rund 4,9 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 12,12 Euro.

Über die notwendige Kapitalerhöhung und die Fusion sollen die Aktionäre auf einer außerordentlichen Hauptversammlung am 29. Oktober entscheiden. Bei einer Zustimmung und dem Erreichen der Mindestannahmequote von 50 Prozent plus einer Aktie wird ein Abschluss der Transaktion bis Mitte Februar 2027 angestrebt.

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