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Banco BPM Aktie: Fernbleiben bei MPS-Hauptversammlung beschlossen

Veröffentlicht am: 27.10.2026 um 19:59 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Banco-BPM-Verwaltungsrat beschloss die Nichtteilnahme; zugleich gilt Crédit Agricole als mögliche Alternative zum MPS-Vorhaben.
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Banco BPM wird nicht an der MPS-Hauptversammlung am Donnerstag teilnehmen. Der Verwaltungsrat hat dies heute einstimmig beschlossen. Als Gründe nennt die Bank rechtliche Beschränkungen und einen Interessenkonflikt. Die Entscheidung könnte die Ablehnung des MPS-Abwehrplans erleichtern – und damit auch die geplante Übernahme von Banco BPM durch MPS erschweren.

Doppelrolle führt zur Nichtteilnahme

Banco BPM hält rund 3,7 Prozent an MPS und ist zugleich Gegenstand eines Übernahmeangebots im Abwehrplan von MPS-Chef Luigi Lovaglio. Dieser richtet sich gegen das Übernahmeangebot von Intesa Sanpaolo. Banco BPM steht damit auf beiden Seiten des Vorhabens: als stimmberechtigter Aktionär und als Übernahmeziel.

Nach Angaben von Adnkronos hatte der Verwaltungsrat zunächst zwischen Fernbleiben und Enthaltung abgewogen. Mit der nun bestätigten Nichtteilnahme steht die Linie der Bank für die Versammlung fest. Die beiden Optionen unterscheiden sich bei der Berechnung der Abstimmungsmehrheit erheblich.

Laut Analyst Antonio Tognoli von CFO Sim verringert das Fernbleiben das anwesende Kapital. Dadurch können die Gegenstimmen relativ stärker wiegen. Für außerordentliche Beschlüsse sind zwei Drittel des anwesenden und abstimmenden Kapitals erforderlich. Mehr als ein Drittel der anwesenden Stimmen kann solche Vorhaben daher blockieren.

Eine Enthaltung hätte den Banco-BPM-Anteil dagegen im Präsenzkapital belassen. Die Entscheidung ist deshalb für den Ausgang der Versammlung relevant, auch wenn Banco BPM selbst keine Gegenstimmen abgeben wird.

Übernahmeplan trifft auf Widerstand

Nach einem Bericht von La Stampa lehnen unter anderem Delfin und Caltagirone den Abwehrplan ab. Der Gegenblock übersteigt demnach bereits ein Drittel des MPS-Kapitals. Lovaglios Vorhaben steht damit vor einer hohen Hürde; sein Scheitern ist vor der Abstimmung allerdings noch nicht entschieden.

Für Banco-BPM-Anleger geht es dabei unmittelbar um die geplante Eigentümerstruktur. Das MPS-Angebot bewertet Banco BPM mit rund 25,3 Milliarden Euro und sieht 1,567 MPS-Aktien je Banco-BPM-Aktie vor. Ob dieser Übernahmeweg weiterverfolgt werden kann, hängt wesentlich von der bevorstehenden Abstimmung ab.

Die Nichtteilnahme ist somit mehr als eine formale Entscheidung wegen eines Interessenkonflikts. Sie beeinflusst die Mehrheitsverhältnisse bei einem Vorhaben, das Banco BPM selbst betrifft.

Crédit Agricole als mögliche Alternative

Parallel rückt eine andere Perspektive in den Blick. Finanzkreisen zufolge könnte Crédit Agricole nach der MPS-Versammlung den Weg zu einer freundlichen Fusion seiner italienischen Aktivitäten mit Banco BPM beschleunigen. Das berichtete Adnkronos gestern. Eine beschlossene Transaktion ist dies nicht.

Crédit Agricole hält 29,3 Prozent an Banco BPM und lehnt das MPS-Projekt laut La Stampa ab. Die Banco-BPM-Aktie legt heute um 3,6% zu, während die Entscheidung über den MPS-Plan näher rückt.

Der nächste konkrete Termin bleibt die Hauptversammlung am Donnerstag. Ihr Ausgang ist für den MPS-Übernahmeplan entscheidend und könnte zugleich den Spielraum für die von Crédit Agricole erwogene Alternative verändern.

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