Bandwidth Aktie: Gewinne wachsen schneller
Veröffentlicht am: 29.10.2026 um 14:42 Uhr | Redaktion boerse-global.deBandwidth liefert im dritten Quartal mehr Profit als erwartet und hebt die Jahresziele an. Das Interessante liegt weniger im Umsatz als in der Marge: Der bereinigte Gewinn wächst deutlich schneller als die Erlöse.
Marge treibt die Zahlen
Der Umsatz stieg um 22 Prozent auf 234 Millionen Dollar, knapp über der Erwartung von 233,15 Millionen. Das bereinigte EBITDA legte um 43 Prozent auf einen Rekordwert von 35 Millionen Dollar zu. Je Aktie verdiente das Unternehmen bereinigt 0,50 Dollar, erwartet waren 0,47 Dollar.
Der freie Cashflow stieg auf 33 Millionen Dollar, mehr als das Doppelte des Vorjahreswerts. Die bereinigte Bruttomarge verbesserte sich auf 60,6 Prozent. Die GAAP-Marge sank dagegen leicht auf 36 Prozent, weil höhere durchgereichte Messaging-Gebühren die Rechnung verzerren.
Das Kerngeschäft, die Cloud-Kommunikation ohne diese Gebühren, wuchs um 12 Prozent auf 158 Millionen Dollar. Gestützt wurde es auch von Wahlkampf-Messaging, das allerdings 2027 als Basiseffekt wegfällt.
Höhere Prognose, Blick auf 2027
Für 2026 erwartet der Vorstand nun einen Umsatz von 905 bis 910 Millionen Dollar und ein bereinigtes EBITDA von 124 bis 125 Millionen Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll zwischen 1,73 und 1,79 Dollar liegen. Die Erwartung für das kommerzielle Geschäft stieg um 4 Millionen Dollar, die für Wahlkampfumsätze sank um 3 Millionen.
Für 2027 stellt das Management zweistelliges Wachstum in der Cloud-Kommunikation in Aussicht. Den Großteil davon sieht es bereits durch unterzeichnete Verträge gesichert. Seit Jahresbeginn kamen elf Großaufträge mit jeweils über einer Million Dollar Jahresvolumen hinzu, darunter eine Digitalbank, die einen Wettbewerber verdrängte.
Besonders im Blick steht Salesforce. Bandwidth ist erster zertifizierter internationaler Carrier für das native Contact Center des Konzerns. CEO David Morken hält es für möglich, dass Salesforce bis Ende 2028 größter Kunde wird. In der Prognose für 2026 ist das nicht enthalten.
Rückkäufe und frisches Board-Mitglied
Bandwidth kaufte im Quartal eigene Aktien für rund 10 Millionen Dollar zurück, im Schnitt zu 44,20 Dollar. Wandelanleihen wurden teilweise getilgt, die Nettoverschuldung sank auf das 1,3-Fache. Die Kreditlinie wurde auf 200 Millionen Dollar aufgestockt und läuft bis Oktober 2031. Neu im Verwaltungsrat sitzt Chip Schroeder, früher Managing Director bei Silver Lake.
An der Börse blieb die Reaktion vorbörslich verhalten. Die Aktie notierte bei rund 48,49 Dollar, praktisch unverändert. Nach der starken Rally seit Jahresbeginn scheint viel Gutes bereits eingepreist. Der nächste Termin: Am 10. November lädt Bandwidth zur Kundenveranstaltung Reverb nach Raleigh, am 18. November folgen virtuelle Investorengespräche.
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