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Bank of Baroda Aktie: Shetty-Klage nicht erhalten

Veröffentlicht am: 29.10.2026 um 21:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Shetty fordert Schadenersatz und Bankunterlagen; Bank of Baroda weist auf den ungeprüften Stand der Ansprüche hin.
Modernes Bankgebäude in einer ruhigen, professionellen Atmosphäre mit weicher Beleuchtung. Illustration mit AI erstellt.

Bank of Baroda hat heute erklärt, weder die Schadenersatzklage von B. R. Shetty noch die zugehörigen Eilanträge erhalten zu haben. Der Streit betrifft Forderungen über 15 Mrd. US-Dollar. Zugleich verlangt Shetty gerichtliche Sicherheiten und Zugang zu Bankunterlagen. Für Anleger ist entscheidend: Die Vorwürfe sind bislang nicht gerichtlich festgestellt, die geforderte Summe ist keine festgestellte Zahlungsverpflichtung.

Bank beanstandet Zeitpunkt der Veröffentlichung

Nach Darstellung von Bank of Baroda warteten Klage und Anträge laut der Internetseite des Bombay High Court noch auf Prüfung oder Registrierung. Die Bank bezeichnete die Vorwürfe als ungeprüft und kündigte angemessene Schritte an.

Besonders beanstandete sie die mutmaßlich gezielte Verbreitung der Informationen am Vorabend ihrer Quartalsergebnisse. Damit rückt neben dem Inhalt der Forderungen auch der Zeitpunkt ihrer öffentlichen Verbreitung in den Mittelpunkt. Die Bank hat angekündigt, sich gegen die Ansprüche zu verteidigen.

Shetty verlangt Sicherheiten und Unterlagen

Laut The Hindu fordert Shetty die Schadenersatzsumme gesamtschuldnerisch von Bank of Baroda und weiteren Beklagten. Hinzu kommen verlangte Jahreszinsen von 18%. Ein Teilbetrag von 5 Mrd. US-Dollar entfällt auf behauptete Ruf- und Goodwill-Schäden und richtet sich allein gegen die Bank.

Die Anträge sollen eine mögliche spätere Durchsetzung der Ansprüche absichern. Alternativ verlangt Shetty eine Rückstellung, eine nicht ausschüttbare Reserve oder die Offenlegung als Eventualverbindlichkeit. Dabei handelt es sich um Forderungen des Klägers, nicht um bereits angeordnete Bilanzmaßnahmen.

Wie NDTV Profit berichtet, reichte der Gründer von NMC Healthcare die Klage am 14. Oktober ein. Er fordert außerdem die forensische Sicherung von Servern und digitalen Unterlagen der Bank. Offenlegen lassen will er unter anderem interne Dokumente, Verwaltungsratsprotokolle, SWIFT-Nachrichten und die Kommunikation mit Aufsichtsbehörden.

Früherer Vergleich ist kein Haftungsanerkenntnis

Zum Hintergrund gehört ein Vergleich in NMC-Verfahren über rund 600 Mio. US-Dollar. Laut The Hindu wurde dieser am 2. Juli offengelegt und ohne Haftungsanerkenntnis geschlossen. Shetty verlangt nun auch die Offenlegung der zugehörigen Unterlagen.

Der abgeschlossene Vergleich und die neuen Anträge müssen deshalb getrennt betrachtet werden. Aus der Einigung folgt kein Eingeständnis der jetzt erhobenen Vorwürfe. Ebenso wenig steht durch die Klageerhebung fest, ob und in welchem Umfang Shettys Forderungen Bestand haben.

Parallel betreibt Bank of Baroda nach Angaben von NDTV Profit eigene Rückforderungsverfahren gegen Shetty über rund 2.800 Crore Rupien. Der Konflikt umfasst damit Ansprüche in beide Richtungen. Für die Bewertung des Rechtsrisikos zählen nun die gerichtliche Behandlung der Anträge und die weitere Verteidigung der Bank – nicht allein die Höhe der verlangten Entschädigung.

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