BASF Aktie: 3,5 Milliarden Euro Veräußerungsgewinn
Veröffentlicht am: 13.08.2026 um 09:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de
BASF hat mit dem Verkauf des Coatings-Geschäfts an Carlyle einen milliardenschweren Befreiungsschlag vollzogen und die Prognose für das laufende Geschäftsjahr deutlich angehoben.
Der Konzern erwartet nun ein EBITDA vor Sondereinflüssen zwischen 6,9 und 7,7 Milliarden Euro, nachdem zuvor eine Spanne von 6,2 bis 7,0 Milliarden Euro galt. Die Aktie notierte am Mittwoch bei 51,04 Euro und gab damit 0,7 Prozent nach – auf Jahressicht steht dennoch ein Plus von 15 Prozent zu Buche.
Starkes zweites Quartal als Basis
Die Anhebung der Jahresprognose fußt auf einem kräftigen zweiten Quartal. BASF meldete einen Umsatz von 17,2 Milliarden Euro, ein Plus von 16 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Preiserhöhungen von 11,5 Prozent und ein Mengenwachstum von 7,3 Prozent trugen den Anstieg. Das EBITDA vor Sondereinflüssen erreichte 2,4 Milliarden Euro und übertraf damit die Erwartungen der Analysten deutlich.
Zusätzlichen Schub erhielt das Ergebnis durch den am 30. Juni abgeschlossenen Verkauf des Coatings-Geschäfts an Carlyle und die Qatar Investment Authority. Aus der Transaktion resultierte im zweiten Quartal ein Veräußerungsgewinn von 3,5 Milliarden Euro nach Steuern. Der Konzern hatte zuvor alle notwendigen regulatorischen Genehmigungen für den Deal erhalten.
Portfolio wird konsequent umgebaut
Der Coatings-Verkauf reiht sich in eine Serie von Transaktionen, mit denen BASF sein Portfolio schärft. Bereits im Frühjahr hatte die Agrarsparte des Konzerns die Übernahme von AgBiTech von Paine Schwartz Partners abgeschlossen, nachdem die Vereinbarung im Januar unterzeichnet worden war.
Im Mai folgte die Unterzeichnung eines Verkaufs des Silicates-Geschäfts einschließlich des Standorts Düsseldorf-Holthausen an PQ; der Abschluss dieser Transaktion wird für die zweite Jahreshälfte erwartet.
Auch personell hat sich der Vorstand verändert: Mit Mary Kurian und Livio Tedeschi rückten im Mai zwei neue Mitglieder in das Gremium, während Michael Heinz planmäßig ausschied.
Kapitalrückführung ergänzt die Strategie
Parallel zum Portfolioumbau treibt BASF die Rückführung von Kapital an die Aktionäre voran. Ende Juli kündigte der Konzern ein neues Aktienrückkaufprogramm mit einem Volumen von bis zu 1,0 Milliarde Euro an, das von August 2026 bis Ende April 2027 laufen soll. Zusammen mit dem Veräußerungserlös aus dem Coatings-Verkauf unterstreicht das Programm den finanziellen Spielraum, den sich der Konzern durch die jüngsten Transaktionen verschafft hat.
Die jüngeren Analystenstimmen fielen unterschiedlich aus: Anfang Juni stufte Berenberg die Aktie mit „hold“ ein und hob das Kursziel von 47 auf 50 Euro an, während Deutsche Bank Research zum selben Zeitpunkt ein „buy“-Votum mit einem Kursziel von 60 Euro vergab. Beide Einschätzungen datieren mittlerweile mehrere Wochen zurück und spiegeln damit nicht zwangsläufig die aktuelle Marktlage wider.
Für Anleger bleibt die Kombination aus operativer Stärke, Portfoliobereinigung und Kapitalrückführung der zentrale Treiber der Kursentwicklung. Mit der angehobenen Jahresprognose hat BASF die Messlatte für die kommenden Quartale selbst höhergelegt.
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