BASF, Aktie

BASF Aktie: Agrarsparte auf Kurs zum Börsengang

Veröffentlicht am: 18.08.2026 um 13:02 Uhr | Redaktion boerse-global.de

BASF treibt die Separation seiner Agrarchemie-Sparte voran. Ein Börsengang im Jahr 2027 rĂŒckt damit in greifbare NĂ€he, der Konzern will zunĂ€chst MehrheitsaktionĂ€r bleiben.

BASF Agrarsparte: Fortschritte bei Ausgliederung ebnen Weg fĂŒr Börsengang 2027
Modernes Agrarfeld bei Sonnenuntergang als Symbol fĂŒr Wachstum und wirtschaftliche Entwicklung. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

BASF macht Ernst mit der Abspaltung seines AgrarchemiegeschĂ€fts. Vorstand Livio Tedeschi bestĂ€tigte in Limburgerhof, dass die Ausgliederung von Agriculture Solutions in vollem Gange ist — und rĂŒckte damit einen möglichen Börsengang fĂŒr 2027 nĂ€her an die RealitĂ€t.

Ausgliederung fast abgeschlossen

In Nord- und SĂŒdamerika sowie in Europa ist die Trennung vom Mutterkonzern laut Tedeschi bereits grĂ¶ĂŸtenteils vollzogen. Asien soll bis Jahresende folgen. Parallel dazu baut BASF eine eigenstĂ€ndige Zentrale fĂŒr die kĂŒnftige Firma auf, die das GeschĂ€ft unabhĂ€ngig steuern soll.

"Im nĂ€chsten Jahr konzentrieren wir uns voll und ganz auf einen möglichen Börsengang", sagte Tedeschi, der seit Anfang Mai im BASF-Vorstand die Verantwortung fĂŒr das AgrargeschĂ€ft trĂ€gt.

Bis Mitte 2027 sollen die Voraussetzungen geschaffen sein — ĂŒber den genauen Zeitpunkt und Umfang entscheidet der Konzern dann kurzfristig, abhĂ€ngig von den Marktbedingungen. BASF strebt ein Index-Listing an, wobei die Wahl zwischen SDax, MDax oder Dax von der GrĂ¶ĂŸe des Börsengangs abhĂ€ngt. Zu Beginn bleibt BASF nach eigenen Angaben MehrheitsaktionĂ€r.

Tedeschi begrĂŒndete den Schritt vor allem mit der Kapitalallokation: Aktuell bestimmt die BASF-Zentrale das Forschungsbudget der Sparte mit, wodurch strategische Chancen verpasst werden könnten. Zudem wĂŒrden Agrar-GeschĂ€fte am Kapitalmarkt beim Ebitda deutlich besser bewertet als der Gesamtkonzern.

Bayer-Zukauf als Fundament

Das heutige Agriculture Solutions geht maßgeblich auf die Übernahme von Bayer-Agrar- und SaatgutgeschĂ€ft aus dem Jahr 2018 zurĂŒck, fĂŒr die BASF rund 5,9 Milliarden Euro zahlte. Bayer musste die Sparte damals wegen der Monsanto-Übernahme abgeben. Tedeschi bezeichnete den Deal als "einer der besten ZukĂ€ufe der BASF".

Der GeschÀftsbereich mit mehr als 14.000 BeschÀftigten kam 2025 auf einen Umsatz von 9,6 Milliarden Euro und erhielt die HÀlfte des gesamten BASF-Forschungsbudgets von einer Milliarde Euro. Bis 2035 sollen innovative Produkte 7,5 Milliarden Euro zum Umsatz der Sparte beitragen.

Das laufende Sparprogramm des Konzerns bleibt außen vor: Der geplante Stellenabbau betrifft laut Tedeschi die KerngeschĂ€fte, nicht Agriculture Solutions. BASF hat zwischen Januar 2024 und Ende Juni 2026 bereits rund 7.000 Stellen weltweit gestrichen und will bis Ende 2026 jĂ€hrlich 2,3 Milliarden Euro einsparen.

FĂŒr Anleger bleibt die Sparte damit ein eigenstĂ€ndiger Wertschöpfungsfaktor abseits des Konzernumbaus. Wie groß der Börsengang letztlich ausfĂ€llt und welcher Index am Ende infrage kommt, entscheidet sich erst mit der Marktlage im Jahr 2027.

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