BASF Aktie: Agrarsparte mit 20 bis 30 Milliarden Euro bewertet
Veröffentlicht am: 19.08.2026 um 21:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
BASF beschleunigt die Vorbereitung auf den geplanten Börsengang seiner Agrarsparte und hält gleichzeitig am milliardenschweren Aktienrückkaufprogramm fest. Der Konzern verzahnt damit zwei strategische Stränge, die den Blick der Anleger derzeit prägen: die Neuausrichtung des Portfolios und die Rückgabe von Kapital an die Aktionäre.
Agrarsparte nimmt Kurs auf 2027
Am Agrarzentrum Limburgerhof treibt BASF die Abspaltung der Agrarsparte mit konkreten Investitionsschritten voran. Am Mittwoch eröffnete der Konzern in Mumbai ein neues Performance Lab für Windeln und Superabsorber, während in Nordamerika bereits seit dem 13. August die zweite Generation der digitalen Plattform xarvio CONNECT im Einsatz ist – ein tragbares Gerät, das Daten zwischen Feldmanagement-Software und Maschinenterminals austauscht.
Am 12. August hatte BASF Agricultural Solutions zudem eine Investition im niedrigen zweistelligen Millionenbereich in ein neues Climate Center am selben Standort angekündigt.
Diese operativen Schritte fügen sich in einen größeren Plan: Der Börsengang der Agrarsparte ist für 2027 vorgesehen und könnte nach Medienberichten eines der größten europäischen IPOs des Jahrzehnts werden. Zeitpunkt und Volumen hängen laut diesen Berichten vom Marktumfeld ab.
Handelsblatt berichtete bereits im Juli, dass Finanzkreise mit einer Bewertung zwischen 20 und 30 Milliarden Euro für die Sparte rechnen. Für BASF wäre das ein erheblicher Wertbeitrag, der im aktuellen Konzernkurs bislang nur teilweise eingepreist scheint – die Marktkapitalisierung des Gesamtkonzerns liegt derzeit bei 44,04 Milliarden Euro.
Rückkauf läuft weiter, Bilanz wird entschlackt
Parallel zur Portfolio-Neuordnung hält BASF am Kapitalrückgabeprogramm fest. Seit Ende Juli läuft eine neue Tranche des Aktienrückkaufs mit einem Volumen von bis zu 1,0 Milliarde Euro, die bis Ende April 2027 abgeschlossen werden soll. Sie ist Teil des im September 2024 angekündigten Gesamtprogramms über 4 Milliarden Euro bis Ende 2028. Zwischen November 2025 und Juni 2026 hatte der Konzern bereits Aktien im Wert von rund 1,5 Milliarden Euro zurückgekauft und gut 31,6 Millionen Papiere eingezogen – das entspricht etwa 3,5 Prozent des Grundkapitals.
Zugleich baut BASF seine Verschuldung ab: Für das dritte Quartal ist die vorzeitige Rückzahlung von Anleihen und Darlehen im Nominalvolumen von 1,6 Milliarden Euro geplant. Zusammen mit dem Rückkaufprogramm zeigt das eine Strategie, die auf schlankere Bilanzstrukturen und höhere Kapitaleffizienz setzt, während die Agrarsparte auf den eigenständigen Kapitalmarktauftritt vorbereitet wird.
Kurs nähert sich altem Hoch
Die Aktie honoriert diese Entwicklung mit spürbarem Momentum. Am Mittwoch legte das Papier um 1,8 Prozent auf 51,90 Euro zu, nach einem Schlusskurs von 51,00 Euro am Vortag.
Seit Jahresbeginn steht damit ein Plus von 17 Prozent, der Kurs liegt zudem 5,6 Prozent über seinem 50-Tage-Durchschnitt von 49,14 Euro. Zum 52-Wochen-Hoch von 55,05 Euro, erreicht am 14. April, fehlen der Aktie noch 5,7 Prozent.
Auch abseits der Agrarsparte bleibt BASF operativ sichtbar: In Ludwigshafen erfolgte am Montag der Spatenstich für die Modernisierung des Kombiverkehrsterminals, ein Infrastrukturprojekt mit Beteiligung von Gästen aus Politik und Wirtschaft. Für Anleger bleibt der Blick auf 2027 gerichtet – dann soll sich zeigen, welchen Wert der Markt der verselbstständigten Agrarsparte tatsächlich zuschreibt.
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