BASF Aktie: Bund stellt 51 Millionen für Ludwigshafen bereit
Veröffentlicht am: 20.08.2026 um 19:36 Uhr | Redaktion boerse-global.de
BASF bekommt Unterstützung für den Ausbau seiner Logistik am Stammsitz: Der Bund stellt 51 Millionen Euro für ein Kombiverkehrsterminal in Ludwigshafen bereit. Die Förderung fällt in eine Phase, in der niedrige Wasserstände am Rhein dem Konzern erneut zusetzen und die Bedeutung alternativer Transportwege unterstreichen.
Niedrigwasser drückt auf das Ergebnis
Der Rhein ist für BASF traditionell eine zentrale Transportader für Rohstoffe und Fertigprodukte am Standort Ludwigshafen. Sinkt der Pegel, müssen Schiffe mit geringerer Auslastung fahren oder auf teurere Transportmittel ausgewichen werden.
Genau das belastet aktuell die Ergebnisrechnung, wie eine Analyse vom Donnerstag festhält. Das geplante Kombiverkehrsterminal soll diese Abhängigkeit vom Wasserstand künftig verringern, indem es den Schienen- und Straßengüterverkehr stärker in die Logistikkette einbindet.
Die Investition reiht sich in eine Serie struktureller Weichenstellungen ein, mit denen BASF sein Geschäft robuster aufstellen will. Vor gut drei Wochen hatte der Konzern seine Halbjahreszahlen vorgelegt: Der Gewinn je Aktie stieg im zweiten Quartal auf 4,78 Euro nach 0,09 Euro im Vorjahreszeitraum, der Umsatz kletterte um 9,11 Prozent auf 17,21 Milliarden Euro. Seither hat die Aktie um rund 1,3 Prozent zugelegt.
Agrarsparte auf dem Weg zur Eigenständigkeit
Parallel treibt BASF die Verselbstständigung seiner Agrarsparte voran. Agriculture Solutions setzte 2025 rund 9,6 Milliarden Euro um und beschäftigt mehr als 14.000 Mitarbeiter. Der Konzern richtet den Bereich rechtlich als eigenständige Einheit aus, ein Börsengang wird für 2027 angestrebt.
Ein Nutzen dieser Blaupause zeigt sich bereits im Kleinen: Der Pyrolyse-Spezialist Pyrum, an dem BASF gemeinsam mit Synthos und dem Reifenhersteller Pirelli beteiligt ist, meldete am Donnerstag Fortschritte bei einem Anlagenkaufvertrag – ein Beispiel für die Netzwerkstrategie, mit der BASF Partnerschaften entlang seiner Wertschöpfungskette knüpft.
Auch das seit dem 3. August laufende Aktienrückkaufprogramm läuft im Hintergrund weiter: Zwischen dem 10. und 14. August erwarb BASF rund 695.000 eigene Aktien zu Kursen zwischen 50,28 und 51,52 Euro, insgesamt sind seit Programmstart 1,24 Millionen Aktien zurückgekauft worden.
Kurs gibt nach, Aufwärtstrend intakt
An der Börse geriet die Aktie am Donnerstag unter Druck: Sie notiert bei 51,13 Euro und verliert im Tagesverlauf 1,4 Prozent. Damit bleibt das Papier rund 7 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 55,05 Euro vom April, das mittelfristige Bild bleibt jedoch freundlich – seit Jahresbeginn steht ein Plus von 15 Prozent zu Buche, und der Kurs notiert weiterhin klar über seinem 200-Tage-Durchschnitt von 48,43 Euro.
Für Anleger bleibt die Gemengelage aus operativen Belastungen wie dem Niedrigwasser und strukturellen Fortschritten bei Logistik und Portfolio-Umbau entscheidend. Die nächsten Quartalszahlen, die am 28. Oktober erwartet werden, dürften zeigen, wie stark sich die Rhein-Problematik im laufenden Geschäft tatsächlich niederschlägt.
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