BASF, Aktie

BASF Aktie: Niedrigwasser am Rhein verursacht LieferengpÀsse

Veröffentlicht am: 22.08.2026 um 11:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de

BASF meldet LieferengpĂ€sse wegen Niedrigwasser, hĂ€lt aber an der Jahresprognose fest. Agrarsparten-IPO fĂŒr 2027 geplant, Aktie legt zu.

BASF trotzt Niedrigwasser: LieferengpÀsse, Agrar-IPO und Prognose-Anhebung
Ein flacher Fluss mit freiliegenden Ufern bei DĂ€mmerung, symbolisiert LieferengpĂ€sse durch Niedrigwasser. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Historisches Niedrigwasser am Rhein bereitet BASF derzeit logistische Probleme. CEO Markus Kamieth meldete am Donnerstag LieferengpĂ€sse infolge der schwierigen WasserstĂ€nde, kĂŒndigte aber eine verstĂ€rkte Verlagerung der Transporte auf Schiene und Straße an. Nach Angaben des Konzerns sind signifikante Auswirkungen auf das Jahresergebnis nicht zu erwarten.

FĂŒr Anleger ist diese EinschĂ€tzung von Bedeutung, weil der Rhein fĂŒr den Standort Ludwigshafen traditionell eine zentrale Rolle in der Rohstoff- und Produktlogistik spielt. Dass BASF trotz der EngpĂ€sse an seinen Zielen festhĂ€lt, dĂŒrfte die NervositĂ€t am Markt begrenzen – die Aktie zeigte sich am Freitag mit einem Plus von 0,5 Prozent robust und schloss bei 51,60 Euro.

Strategischer Umbau schreitet voran

Parallel zu den aktuellen Lieferschwierigkeiten treibt BASF den strukturellen Umbau des Konzerns weiter voran. Vorstand Livio Tedeschi bestĂ€tigte, dass die operative Ausgliederung der Sparte Agricultural Solutions in Europa sowie Nord- und SĂŒdamerika weitgehend abgeschlossen ist. Der Konzern bereitet fĂŒr 2027 einen Börsengang der Agrarsparte mit angestrebtem Index-Listing vor.

Zugleich investiert BASF gezielt in neue KapazitĂ€ten abseits des KerngeschĂ€fts. In Mumbai nahm der Konzern ein globales Labor fĂŒr Superabsorber und Windel-Performance in Betrieb, das die technischen Services im Hygiene-Segment stĂ€rken soll.

Am Standort Limburgerhof entsteht zudem ein neues Klimazentrum fĂŒr ökotoxikologische Studien, in das ein niedriger zweistelliger Millionenbetrag fließt – notwendig fĂŒr Produktregistrierungen auf internationalen MĂ€rkten.

Preispolitik und Logistik im Fokus

Im Segment Spezialchemikalien setzt BASF seine Preisoffensive fort: FĂŒr alle QualitĂ€ten von Neopentylglykol unter der Marke NEOL kĂŒndigte der Konzern eine Preiserhöhung in den USA und Kanada zum 1. September an. Solche Schritte sollen die Marge stĂŒtzen, wĂ€hrend gleichzeitig operative Herausforderungen wie das Niedrigwasser Zusatzkosten verursachen können.

Auf der Logistikseite investiert BASF gemeinsam mit dem Bund ĂŒber 100 Millionen Euro in die Erweiterung des Kombiverkehrsterminals in Ludwigshafen – ein Projekt, das langfristig helfen soll, die AbhĂ€ngigkeit vom Wasserstand des Rheins zu verringern. Der Bund fördert das Vorhaben mit 51 Millionen Euro.

Ausblick angehoben, Kurs im AufwÀrtstrend

Vor gut drei Wochen hatte BASF seine EBITDA-Prognose fĂŒr das Gesamtjahr 2026 auf eine Spanne von 6,9 bis 7,7 Milliarden Euro angehoben, nachdem zuvor 6,2 bis 7,0 Milliarden Euro in Aussicht gestellt worden waren. Seither legte die Aktie um 2,3 Prozent zu. Auch der am Donnerstag vergangener Woche gestartete AktienrĂŒckkauf dĂŒrfte die Nachfrage nach dem Papier stĂŒtzen.

Auf Sicht von 30 Tagen steht bei BASF ein Plus von 5,3 Prozent zu Buche, seit Jahresbeginn sind es 16 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch bei 55,05 Euro, erreicht im April, notiert die Aktie derzeit noch 6,3 Prozent entfernt.

Die operative WiderstandsfĂ€higkeit gegenĂŒber dem Niedrigwasser dĂŒrfte mitentscheidend dafĂŒr sein, ob sich dieser Abstand in den kommenden Wochen weiter verringert. Die nĂ€chste Standortbestimmung liefert die Quartalsmitteilung zum dritten Quartal, die fĂŒr den 28. Oktober angesetzt ist.

Auch im asiatischen Raum expandiert BASF: Mit dem Unternehmen NEO Corporate wurde eine strategische Partnerschaft zur Entwicklung von Personal-Care-Lösungen fĂŒr den asiatischen Markt geschlossen. Solche Kooperationen unterstreichen, dass der Konzern trotz der aktuellen Herausforderungen an seiner internationalen Wachstumsstrategie festhĂ€lt.

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