Basler Aktie: Rekordhalbjahr mit Risikofaktor
Veröffentlicht am: 04.08.2026 um 20:06 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ausgerechnet dann, wenn die Zahlen so gut sind wie lange nicht, meldet sich ein Erdbeben in Japan zu Wort. Basler hat am Dienstagabend Halbjahreszahlen vorgelegt, die operativ alles ĂŒbertreffen, was der Sensorspezialist zuletzt gezeigt hat â und im gleichen Atemzug vor LieferengpĂ€ssen gewarnt, die im Herbst durchschlagen könnten.
Auftragseingang und Marge ziehen deutlich an
Der Auftragseingang kletterte im ersten Halbjahr um 59 Prozent auf 180,0 Millionen Euro, der Umsatz stieg um 36 Prozent auf 152,4 Millionen Euro. Das EBIT mehr als verdreifachte sich auf 31,1 Millionen Euro, die Marge sprang von 7,7 auf 20,4 Prozent. Der freie Cashflow verbesserte sich auf 12,9 Millionen Euro, nach 2,3 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.
Basler wĂ€chst damit deutlich schneller als der Gesamtmarkt fĂŒr Bildverarbeitungskomponenten. Laut Branchenverband VDMA legten die AuftragseingĂ€nge der deutschen Hersteller im ersten Halbjahr nominal um 25 Prozent zu, die UmsĂ€tze um 9 Prozent â beides klar hinter Baslers eigenem Tempo.
Zweite Prognoseanhebung binnen weniger Monate
Der Vorstand erhöhte die Jahresprognose bereits zum zweiten Mal seit Mai. FĂŒr 2026 erwartet Basler nun einen Umsatz zwischen 270 und 290 Millionen Euro sowie eine EBIT-Marge zwischen 12,5 und 14,5 Prozent. Zuvor hatte das Unternehmen 247 bis 270 Millionen Euro Umsatz und eine Marge von 9,5 bis 13,0 Prozent in Aussicht gestellt.
Sony-Ausfall bremst Produktion
Der positive Trend hat einen Haken: Ein Erdbeben in der japanischen Region Kumamoto hat die Bildsensor-Produktion bei Sony, einem der wichtigsten Zulieferer von Basler, vorĂŒbergehend zum Erliegen gebracht. Weil die SicherheitsbestĂ€nde in der Lieferkette nach Monaten hoher Nachfrage bereits weitgehend abgebaut sind, rechnet Basler mit spĂŒrbaren ProduktionseinschrĂ€nkungen bis mindestens Mitte August. Die Folgen dĂŒrften sich in den Monaten September und Oktober in den Produktionsmengen niederschlagen â genau in jener Phase, in der das Unternehmen eigentlich von seinem prallen Auftragsbestand profitieren wollte.
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