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Bayer Aktie: FDA genehmigt Kerendia für Typ-1-Diabetes

Veröffentlicht am: 17.09.2026 um 18:36 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die FDA erweitert Kerendias Einsatz in den USA auf Typ-1-Diabetes. Bayer sieht dadurch zusätzliches Umsatzpotenzial für sein Nierenmedikament.

Flatlay auf weißem Untergrund: weiße runde Tabletten, Marmorstößel, grünes Pflanzenblatt, Glasflakon und gedrucktes DNA-Doppelhelix-Diagramm; Beschriftungskarte mit Text PHARMA
Top-down-Arrangement: weiße Tabletten, Mörser, grünes Blatt, DNA-Diagramm, Beschriftungskarte PHARMA Illustration mit AI erstellt.

Bayer hat für sein Nierenmedikament Kerendia am heutigen Donnerstag von der US-Arzneimittelbehörde FDA grünes Licht für ein drittes Anwendungsgebiet erhalten. Der Wirkstoff Finerenon darf künftig auch bei Erwachsenen mit chronischer Nierenerkrankung in Kombination mit Typ-1-Diabetes eingesetzt werden. Damit steht in den USA erstmals seit über 30 Jahren eine neue Behandlungsoption für diese Patientengruppe zur Verfügung.

Die Zulassung stützt sich auf die FINE-ONE-Studie mit 242 Teilnehmern. Darin senkte Finerenon das Verhältnis von Albumin zu Kreatinin im Urin, einen wichtigen Marker für Nierenschäden, nach sechs Monaten um 28 Prozent gegenüber Placebo. Der Unterschied war statistisch hoch signifikant.

Als Nebenwirkung trat bei gut zehn Prozent der Behandelten eine erhöhte Kaliumkonzentration im Blut auf, gegenüber gut drei Prozent unter Placebo. In den USA entwickeln laut Bayer rund 30 Prozent der Typ-1-Diabetiker im Laufe ihres Lebens eine chronische Nierenerkrankung – ein bislang kaum adressiertes Marktsegment.

Dritte Indikation stärkt Umsatzhoffnungen

Kerendia war bislang bereits für chronische Nierenerkrankung bei Typ-2-Diabetes sowie für Herzinsuffizienz zugelassen. Mit der dritten Indikation erweitert Bayer die Zielgruppe spürbar. Der Konzern hatte für das Präparat im ersten Halbjahr 2026 bereits einen Umsatzsprung von 75 Prozent auf über 600 Millionen Euro verbucht. Als Spitzenumsatz strebt Bayer für Finerenon nun mehr als 3 Milliarden Euro pro Jahr an.

Für den Konzern, der operativ noch immer unter der Rechtsunsicherheit rund um Glyphosat und der hohen Verschuldung leidet, ist ein wachsendes Pharmageschäft mit patentgeschütztem Umsatzpotenzial ein wichtiger Baustein der Erholungsstory. Kerendia gilt neben dem Blutverdünner-Nachfolgeprogramm als einer der zentralen Wachstumsträger im Pharmasegment.

Aktie reagiert verhalten positiv

Der Markt honorierte die Nachricht mit moderaten Kursgewinnen. Die Bayer-Aktie notierte am Vormittag bei rund 49 Euro und damit im Tagesverlauf leicht im Plus.

Aktuell steht das Papier bei 49,22 Euro, ein Plus von 0,8 Prozent gegenüber dem gestrigen Schlusskurs von 48,85 Euro. Damit bewegt sich die Aktie weiterhin knapp über ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 48,44 Euro, während der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 53,86 Euro noch gut 8,6 Prozent beträgt.

Die verhaltene Reaktion zeigt, dass Anleger die Zulassungserweiterung zwar positiv, aber nicht als grundlegenden Kurstreiber werten. Bayer bleibt seit Jahresbeginn mit einem Plus von 33 Prozent klar im Aufwärtstrend, getragen von der allmählichen Stabilisierung des Konzerns nach den schweren Kursverlusten der Vorjahre. Die anstehende Quartalsbilanz Anfang November dürfte zeigen, ob sich die Wachstumsdynamik bei Kerendia auch in den Konzernzahlen fortsetzt.

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