Bayer Aktie: Glyphosat-Anhörung auf 10. September verschoben
Veröffentlicht am: 06.08.2026 um 21:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Bayer und Monsanto haben gemeinsam mit den AnwĂ€lten der KlĂ€ger beantragt, die finale gerichtliche Anhörung zum milliardenschweren Glyphosat-Sammelvergleich in Missouri zu verschieben. Statt am 19. August soll der Termin nun am 10. September 2026 stattfinden. Grund ist laut Reuters und dpa-AFX die aufwendige Bearbeitung zahlreicher WiderrufsantrĂ€ge von KlĂ€gern, die aus dem 7,25-Milliarden-Dollar-Vergleich aussteigen wollen. Der Antrag folgt auf ein fĂŒr Bayer positives Urteil des US Supreme Court, das den Konzern zuletzt rechtlich gestĂ€rkt hat.
Das oberste US-Gericht hatte Ende Juni im Fall Durnell mit 7 zu 2 Stimmen zugunsten der Bayer-Tochter Monsanto entschieden. Die Richter stellten klar, dass Bundesrecht bundesstaatliche Klagen wegen angeblich fehlender Warnhinweise ausschlieĂt, sofern die Umweltbehörde EPA eine Zulassung erteilt hat. Diese Weichenstellung dĂŒrfte die Verhandlungsposition Bayers bei den ausstehenden Opt-out-Verfahren stĂ€rken und erklĂ€rt zugleich, warum sich die Bearbeitung der WiderrufsantrĂ€ge zieht.
Q2-Zahlen liefern RĂŒckenwind
Die Verschiebung der Anhörung fĂ€llt in eine Phase, in der Bayer operativ Boden gutmacht. Am Dienstag hatte der Konzern seine Zahlen zum zweiten Quartal 2026 vorgelegt: Der Umsatz stieg wĂ€hrungs- und portfoliobereinigt um 2,2 Prozent auf 10,872 Milliarden Euro, das EBITDA vor SondereinflĂŒssen legte um 1,9 Prozent auf 2,144 Milliarden Euro zu. Unter dem Strich drehte das Konzernergebnis mit 219 Millionen Euro in die Gewinnzone, nach einem Verlust von 199 Millionen Euro im Vorjahresquartal.
Der Vorstand bestĂ€tigte den wĂ€hrungsbereinigten Ausblick fĂŒr das laufende GeschĂ€ftsjahr und senkte zugleich die Prognose fĂŒr die Nettofinanzverschuldung zum Jahresende auf 29 bis 30 Milliarden Euro, nach zuvor 32 bis 33 Milliarden Euro. Der schnellere Schuldenabbau dĂŒrfte auch auf KapitalmaĂnahmen der vergangenen Wochen zurĂŒckgehen: Der Finanzinvestor Apollo Global Management hatte im Juli fĂŒr 3,0 Milliarden Euro eine Minderheitsbeteiligung am Bayer-GeschĂ€ft fĂŒr langwirksame VerhĂŒtungsmittel ĂŒbernommen, zudem platzierte der Konzern Mitte Juli neue Dollar-Anleihen im Volumen von 5,0 Milliarden US-Dollar zur Refinanzierung bestehender Verbindlichkeiten.
Analysten heben Kursziele deutlich an
Die verbesserte GeschĂ€ftslage schlĂ€gt sich in den EinschĂ€tzungen mehrerer AnalystenhĂ€user nieder. UBS erhöhte das Kursziel fĂŒr Bayer am heutigen Donnerstag von 52,00 auf 62,00 Euro und bestĂ€tigte die Einstufung "Buy" â die Anhebung folgt auf ein Ăbertreffen der Erwartungen im zweiten Quartal. Goldman Sachs hatte bereits am Vortag das Kursziel von 62,50 auf 63,50 Euro angehoben und die "Buy"-Einstufung bekrĂ€ftigt. Auch JPMorgan und die DZ Bank zogen am Mittwoch nach: JPMorgan hob sein Kursziel deutlich auf 61,00 Euro an, blieb allerdings bei der neutralen Einstufung, wĂ€hrend die DZ Bank den fairen Wert von 54,00 auf 60,00 Euro erhöhte und bei "Kaufen" blieb.
Kein kurzfristiger Konzernumbau
Trotz der KapitalmaĂnahmen der vergangenen Monate erteilte Bayer-Chef Bill Anderson Spekulationen ĂŒber eine kurzfristige Aufspaltung des Konzerns in Agrar-, Pharma- und Consumer-Health-Sparten laut Handelsblatt erneut eine Absage. Der Fokus liege auf der Umsetzung der strategischen PrioritĂ€ten und der operativen Performance. Parallel dazu treibt Bayer die Neuordnung einzelner GeschĂ€ftsbereiche voran: Das US-GlyphosatgeschĂ€ft wurde im Juli in der eigenstĂ€ndigen Einheit "Ruveon" gebĂŒndelt, in der Pharmasparte reichte der Konzern Ende Juli einen Zulassungsantrag fĂŒr eine weitere Indikation des Nierenmedikaments Kerendia in China ein.
An der Börse kommt die Gemengelage aus Rechtssicherheit, besseren Zahlen und höheren Kurszielen an. Die Aktie notiert bei 49,40 Euro und hat in den vergangenen sieben Handelstagen um 2,05 Prozent zugelegt. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 33,48 Prozent, zum bisherigen 52-Wochen-Hoch von 53,86 Euro fehlen dem Papier noch 8,28 Prozent. Die nĂ€chste BewĂ€hrungsprobe fĂŒr die Anleger folgt am 3. November mit den Ergebnissen zum dritten Quartal â vorausgesetzt, die Anhörung in Missouri am 10. September verlĂ€uft wie geplant.
Bayer-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Bayer-Analyse vom 6. August liefert die Antwort:
Die neusten Bayer-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf fĂŒr Bayer-AktionĂ€re. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 6. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Bayer: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
