Bayer Aktie: Goldman sieht 63,50 Euro
Veröffentlicht am: 06.08.2026 um 12:08 Uhr | Redaktion boerse-global.de
WĂ€hrend sich das Gericht in Missouri mit FormalitĂ€ten aufhĂ€lt, wird das Analystenlager bei Bayer zunehmend optimistisch. Gleich drei InvestmenthĂ€user haben ihre Kursziele angehoben â just in der Woche, in der die entscheidende Anhörung zum Glyphosat-Vergleich erneut verschoben wird.
Verzögerung mit gutem Grund
Die fĂŒr den 19. August terminierte Anhörung zur endgĂŒltigen Genehmigung des Sammelvergleichs verschiebt sich auf den 10. September oder einen spĂ€teren Termin. Monsanto und die AnwĂ€lte der KlĂ€gerseite haben den Antrag gemeinsam gestellt. Der Grund: Nach dem Urteil des US Supreme Court sind beim Verwalter des Programms zahlreiche WiderrufsantrĂ€ge zu sogenannten Opt-outs eingegangen â KlĂ€ger, die aus der Vereinbarung wieder aussteigen wollen. Die zusĂ€tzlichen drei Wochen sollen Klarheit schaffen, welche dieser Widerrufe ĂŒberhaupt gĂŒltig sind.
Der Supreme Court hatte zuvor zugunsten von Bayer entschieden: Der Konzern kann nicht wegen fehlender Krebswarnungen auf Roundup-Verpackungen verklagt werden, da einheitliche EPA-Vorgaben abweichende Anforderungen einzelner Bundesstaaten ausschlieĂen. Diese Entscheidung entzieht vielen Klagen die rechtliche Grundlage â und erklĂ€rt, warum manche KlĂ€ger nun doch aus dem 7,25 Milliarden Dollar schweren Vergleich aussteigen wollen, statt auf individuelle Verfahren zu setzen. Die regulĂ€re Opt-out-Frist fĂŒr die Vereinbarung selbst ist bereits abgelaufen.
Drei AnalystenhÀuser, ein Trend
RĂŒckenwind kommt derweil von einer ganz anderen Seite. Nach Quartalszahlen, die dank starkem AgrargeschĂ€ft und Kostensenkungen ĂŒber den Erwartungen lagen, haben JPMorgan, UBS und Goldman Sachs ihre Kursziele angehoben. Am optimistischsten positioniert sich Goldman-Analyst James Quigley mit einer Zielmarke von 63,50 Euro. Er begrĂŒndet seine EinschĂ€tzung mit der soliden Finanzentwicklung im Pharma-GeschĂ€ft, der erwarteten KlĂ€rung der Glyphosat-Streitigkeiten und einem möglichen Wegfall des Konglomeratsabschlags, sollte sich der Konzern mittelfristig aufspalten.
Die Aktie selbst bewegt sich nach den Nachrichten in ruhigem Fahrwasser um die 49-Euro-Marke â mitten in ihrer Juli-Spanne zwischen 46 und knapp 54 Euro, dem höchsten Stand seit 2023.
Die nĂ€chste Wegmarke ist damit gesetzt: Am 10. September entscheidet sich, ob der milliardenschwere Vergleich die formale HĂŒrde nimmt. Bis dahin dĂŒrfte der Markt vor allem auf die Anzahl und GĂŒltigkeit der eingegangenen Opt-out-AntrĂ€ge schauen.
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