Bayer Aktie: RAGT-Lizenz bis 1 Milliarde
Veröffentlicht am: 30.07.2026 um 13:47 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Bayer hat bei der chinesischen Gesundheitsbehörde einen Zulassungsantrag für eine zusätzliche Indikation des Medikaments Kerendia (Finerenon) eingereicht. Das teilte der Konzern am heutigen Donnerstag mit. Der Wirkstoff gehört zum Pharma-Portfolio des Leverkusener Unternehmens und soll mit der neuen Indikation sein Einsatzspektrum auf dem chinesischen Markt erweitern.
Der Schritt reiht sich in eine Serie von Unternehmensmeldungen ein, die Bayer in den vergangenen Wochen veröffentlicht hat. Erst am Mittwoch hatte der Konzern angekündigt, den Produktionsstandort Bergkamen zum Jahr 2027 in eine rechtlich eigenständige Betreibergesellschaft auszugliedern. Die neue Einheit soll als hundertprozentige Tochtergesellschaft im Konzernverbund verbleiben, an der operativen Kontrolle ändert sich damit formal nichts.
Rückzug bei Glyphosat-Zöllen und neue Pharma-Lizenz
Parallel sorgte die Bayer-Tochter Ruveon für Schlagzeilen: Medienberichten zufolge zog das Unternehmen einen Antrag auf Antidumpingzölle gegen chinesische Glyphosat-Importe in den USA zurück, nachdem US-Agrarverbände massiven Widerstand geleistet hatten. Der Vorgang zeigt, wie sensibel das Geschäft mit dem umstrittenen Herbizid-Wirkstoff weiterhin auf regulatorische Eingriffe reagiert.
Im Pharmabereich vermeldete Bayer zudem am 20. Juli den Abschluss einer Lizenzvereinbarung mit dem Partner RAGT. Medienberichten zufolge beziffert sich das Potenzial der Kooperation auf bis zu eine Milliarde. Details zur konkreten Aufteilung der Zahlungen oder zum betroffenen Wirkstoffbereich wurden bislang nicht genannt.
Finanzierung auf breiterer Basis
Auf der Finanzierungsseite hat Bayer in den vergangenen Wochen mehrere Bausteine nachgelegt. Die Finanzierungstochter Bayer US Finance LLC platzierte Mitte Juli neue US-Dollar-Anleihen mit einem Gesamtvolumen von 5,0 Milliarden US-Dollar zur Refinanzierung bestehender Verbindlichkeiten, garantiert von der Bayer AG. Bereits Anfang Juli hatte sich der Konzern zusätzlich eine Finanzierungslinie über 3,0 Milliarden Euro gesichert, die der langfristigen Optimierung der Kapitalstruktur und der Senkung der Nettoverschuldung dienen soll.
Diese Schritte sind vor dem Hintergrund der zuletzt gemeldeten Bilanzzahlen zu sehen: Zum Quartalsstichtag Ende März lag die Nettofinanzverschuldung bei 32,5 Milliarden Euro. Im ersten Quartal hatte der Konzern zugleich einen Umsatz von 13,4 Milliarden Euro sowie ein bereinigtes EBITDA von 4,5 Milliarden Euro ausgewiesen, ein Anstieg von 9,0 Prozent. Seit Anfang Juni steht mit Judith Hartmann eine neue Finanzvorständin an der Spitze des Ressorts, die diese Kapitalmaßnahmen künftig mitverantworten wird.
Kurs zieht weiter an, Termine rücken näher
An der Börse spiegelt sich die Nachrichtendichte in einer spürbaren Erholung wider. Die Bayer-Aktie notiert aktuell bei 48,20 Euro und legt damit am heutigen Handelstag um 1,56 Prozent zu. Auf Sicht von sieben Tagen summiert sich das Plus auf 4,40 Prozent. Damit setzt das Papier seinen Aufwärtstrend der vergangenen Monate fort, auch wenn es vom 52-Wochen-Hoch aus Anfang Juli noch ein gutes Stück entfernt bleibt.
Anleger richten den Blick nun auf den 4. August: Dann veröffentlicht Bayer den Halbjahresfinanzbericht für das zweite Quartal 2026, der erstmals unter der neuen Finanzchefin vorgelegt wird und weitere Aufschlüsse zur Entwicklung der Verschuldung liefern dürfte. Wenige Wochen später, am 2. September, folgt ein eigenes Investoren-Event zur Division Crop Science – jenem Geschäftsbereich, der durch die Glyphosat-Debatte zuletzt besonders im Fokus stand.
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