BBVA Aktie: 2,3 Milliarden Dollar Anleihen platziert
Veröffentlicht am: 26.08.2026 um 04:13 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die spanische Großbank BBVA nutzt das aktuelle Marktumfeld für eine umfangreiche Refinanzierung und treibt gleichzeitig ihre Kapitalrückführungen an die Aktionäre voran. Wie das Institut mitteilte, hat das Unternehmen gestern die Emission von Senior-Non-Preferred-Anleihen im Gesamtvolumen von 2,3 Milliarden US-Dollar abgeschlossen. Die Transaktion stieß bei Investoren auf reges Interesse und war mehrfach überzeichnet.
Dreigliedrige Emission und Fortschritte beim Rückkauf
Die Platzierung der neuen Schuldtitel erfolgte in drei Tranchen, um verschiedene Anlegergruppen anzusprechen. Die erste Tranche umfasst ein Volumen von 1 Milliarde Dollar mit einer Laufzeit von drei Jahren und einem festen Kupon von 4,977 Prozent.
Parallel dazu wurde eine variabel verzinste Tranche über 300 Millionen Dollar begeben, die sich am Referenzzinssatz SOFR zuzüglich eines Aufschlags von 89 Basispunkten orientiert. Den Abschluss bildet eine fünfjährige Festzinsanleihe über 1 Milliarde Dollar mit einer Verzinsung von 5,244 Prozent. Laut Unternehmensangaben lag das finale Orderbuch bei rund 7,2 Milliarden Dollar.
Flankiert wird die Liquiditätsbeschaffung durch ein laufendes Aktienrückkaufprogramm. Aus Pflichtmitteilungen geht hervor, dass BBVA in der vergangenen Woche zwischen dem 17. August und dem 21. August rund 5,8 Millionen eigene Aktien erworben hat. Damit summierten sich die Ausgaben für die erste Tranche des aktuellen Programms auf knapp 391 Millionen Euro. Dies entspricht etwa 39 Prozent des maximal genehmigten Volumens von einer Milliarde Euro für diesen Abschnitt. Die Durchführung wird von HSBC Continental Europe koordiniert.
Strategische Ziele und die Übernahme von Sabadell
Hintergrund der regen Kapitalmarktaktivitäten ist eine erhöhte operative Ertragskraft. Nach einem Rekordgewinn im ersten Halbjahr in Höhe von 6,05 Milliarden Euro hat das Management das Ziel für die Eigenkapitalrendite (ROTE) für das Gesamtjahr 2026 angehoben. Statt der bisher prognostizierten 20 Prozent peilt die Bank nun einen Wert von etwa 21 Prozent an.
In der Expansionsstrategie bleibt das feindliche Übernahmeangebot für den Konkurrenten Banco Sabadell das bestimmende Thema. Medienberichten zufolge hält BBVA an dem Vorhaben fest, obwohl die spanische Regierung strenge Auflagen formuliert hat.
Der Ministerrat knüpft eine Genehmigung unter anderem an die Bedingung, dass beide Institute für mindestens drei Jahre operativ autonom bleiben müssen. Dies betrifft insbesondere die Finanzierung, das Filialnetz und die personellen Ressourcen.
Auch auf internationaler Ebene ist die Gruppe aktiv: Die türkische Tochtergesellschaft Garanti BBVA emittierte jüngst eine nachhaltige Anleihe über 30 Millionen Dollar zur Förderung der Geschlechtergleichstellung. Am morgigen Donnerstag werden zudem die Quartalszahlen der argentinischen Tochtergesellschaft BBVA Argentina erwartet, nachdem das Institut dort im ersten Jahresviertel die Analystenschätzungen beim Gewinn je Aktie knapp verpasst hatte.
Analysten bewerten Profitabilität in Kernmärkten
Die Experten von JPMorgan hoben am Dienstag vergangener Woche das Kursziel für die Aktie von 26,00 auf 26,80 Euro an und bestätigten die Einstufung auf „Overweight“. Zur Begründung verwiesen die Analysten auf die starke Kapitalgenerierung sowie die hohe Profitabilität in den wichtigen Märkten Spanien und Mexiko.
Im Gegensatz dazu stufte das Analysehaus Keefe, Bruyette & Woods (KBW) das Papier am selben Tag von „Moderate Buy“ auf „Market Perform“ herab. Trotz der starken operativen Entwicklung im zweiten Quartal mahnte KBW zur Vorsicht hinsichtlich der aktuellen Bewertung.
An der Börse spiegelte sich die Zuversicht der vergangenen Monate deutlich wider. Seit Jahresbeginn verzeichnet der Wert ein Plus von 24 Prozent. Gestern schloss die Aktie im deutschen Handel bei 24,82 Euro. Damit notiert das Papier nur noch knapp unter seinem 52-Wochen-Hoch von 25,28 Euro, das erst am 13. August erreicht worden war. Der Abstand zu diesem Rekordstand beträgt lediglich 1,8 Prozent.
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