Beiersdorf Aktie: Nivea-Minus verlangsamt sich
Veröffentlicht am: 27.10.2026 um 13:29 Uhr | Redaktion boerse-global.deBeiersdorf sieht Fortschritte bei der Stabilisierung von Nivea, erreicht aber noch keine RĂŒckkehr zu organischem Wachstum. Nach den heute veröffentlichten Quartalszahlen hĂ€lt das Unternehmen an seinen im Sommer gesenkten Jahreszielen fest. Anleger ĂŒberzeugt die Entwicklung zunĂ€chst nicht: Die Aktie verliert heute -3,3%.
Im dritten Quartal 2026 setzte der Konzern nach eigenen Angaben 2,4 Milliarden Euro um. Organisch, also bereinigt um WĂ€hrungs- und Portfolioeffekte, schrumpften die Erlöse um 1,3 Prozent. Damit bleibt die GeschĂ€ftsentwicklung rĂŒcklĂ€ufig.
Nivea zeigt erste Fortschritte
Entscheidend fĂŒr die weitere Entwicklung ist die Erholung von Nivea. Vorstandschef Vincent Warnery erklĂ€rte laut Reuters: âBei NIVEA kommt unser Turnaround-Plan gut voran.â Beiersdorf verweist zugleich auf eine verbesserte Dynamik gegenĂŒber dem Vorquartal.
Der organische UmsatzrĂŒckgang von Nivea verlangsamte sich im dritten Quartal auf 4,9 Prozent. Im zweiten Quartal 2026 hatte das Minus noch 6,7 Prozent betragen. Die Richtung stimmt damit, Wachstum erreicht die Marke jedoch weiterhin nicht.
Nach Unternehmensangaben belasteten Handelsspannungen und der Abbau von LagerbestĂ€nden die Auslieferungen. Diese Faktoren dĂŒrften bis Jahresende schrittweise nachlassen. Die weltweite Endkundennachfrage bezeichnete Beiersdorf dagegen als gut. FĂŒr Anleger ist diese Unterscheidung wichtig: Die Belastungen im Vertrieb mĂŒssen nicht dieselbe Entwicklung wie die Nachfrage der Verbraucher widerspiegeln.
FĂŒr zusĂ€tzliche Nivea-Werbung sind im zweiten Halbjahr 2026 insgesamt 100 Millionen Euro vorgesehen. Nach Angaben des Unternehmens gibt es erste Anzeichen dafĂŒr, dass der Plan greift.
Wachstum anderer Marken reicht nicht aus
Innerhalb des Konzerns bleibt das Bild uneinheitlich. WÀhrend Nivea weiter schrumpft, liefern andere Marken deutliche ZuwÀchse. Diese Entwicklung federt die SchwÀche ab, gleicht sie auf Konzernebene aber noch nicht vollstÀndig aus.
Derma mit Eucerin und Aquaphor steigerte den organischen Umsatz um 10,6 Prozent. La Prairie legte um 8,5 Prozent zu, Health Care um 5,7 Prozent. Bei La Prairie trug das GeschÀft in China zum Wachstum bei.
ZusÀtzlich belastete tesa die Konzernentwicklung. Als Ursache nennt Beiersdorf HalbleiterengpÀsse im Electronics-GeschÀft. Damit hÀngt die Erholung nicht allein vom Fortschritt des Nivea-Plans ab.
Der organische tesa-Umsatz sank im dritten Quartal um 4,3 Prozent. FĂŒr die ersten neun Monate 2026 meldete Beiersdorf insgesamt einen organischen KonzernumsatzrĂŒckgang von 2,8 Prozent.
Jahresziele bleiben abgesenkt
Die bestĂ€tigte Prognose ist deshalb keine Entwarnung. Sie steht vielmehr fĂŒr eine Stabilisierung innerhalb des bereits reduzierten Erwartungsrahmens. Auch die leichte Verbesserung bei Nivea veranlasst Beiersdorf bislang nicht zu einer Anhebung.
FĂŒr 2026 erwartet der Konzern weiterhin einen organischen UmsatzrĂŒckgang im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Die bereinigte EBIT-Umsatzrendite soll mindestens 11,8 Prozent erreichen. Im Jahr 2025 lag sie bei 14,0 Prozent.
Im Consumer-GeschĂ€ft rechnet Beiersdorf ebenfalls mit einem niedrigen einstelligen organischen Umsatzminus. Bei tesa sollen die Erlöse organisch auf Vorjahresniveau oder leicht darĂŒber liegen, die Marge dagegen leicht unter dem Vorjahr.
FĂŒr Anleger bleibt damit der weitere Verlauf der Nivea-Erholung zentral. Nachlassende Vertriebsbelastungen und zusĂ€tzliche Werbung sollen die Stabilisierung unterstĂŒtzen. Die heutigen Zahlen belegen Fortschritte, aber noch keine abgeschlossene Wende.
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