Berkshire Hathaway Aktie: 23,5 Milliarden Dollar Nettokäufe im Q2
Veröffentlicht am: 17.09.2026 um 06:13 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Masahiro Okafuji, Chairman des Japan Foreign Trade Council und zugleich Chef von Itochu, hat sich am Mittwoch für einen stärkeren Yen ausgesprochen – obwohl die japanischen Handelshäuser gerade vom schwachen Yen profitieren.
Zugleich begrüßte er ausdrücklich die Absicht von Berkshire Hathaway, seine Beteiligungen an den fünf großen japanischen Handelskonzernen weiter aufzustocken. Die ungewöhnliche Kombination aus Warnung vor Währungsschwäche und Lob für einen Großinvestor zeigt, wie eng Berkshires Engagement inzwischen mit der Debatte um Japans Wirtschaftspolitik verknüpft ist.
Kapitalallokation als roter Faden
Der Vorstoß aus Tokio fällt in eine Phase, in der Berkshire unter CEO Greg Abel seine Kapitalallokation neu ausrichtet. Im zweiten Quartal 2026, gemeldet am 8. August, wurde Berkshire nach 14 Quartalen erstmals wieder zum Nettokäufer von Aktien: Käufen im Volumen von 23,5 Milliarden Dollar standen Verkäufe von lediglich 3,7 Milliarden Dollar gegenüber.
Der Cashberg aus Bargeld und Staatsanleihen schrumpfte dabei leicht um 4 Prozent auf rund 364,7 Milliarden Dollar, während das operative Ergebnis um 16 Prozent auf 12,98 Milliarden Dollar zulegte. Zusätzlich kaufte Berkshire eigene Aktien im Wert von 4,5 Milliarden Dollar zurück.
Diese Rückkehr zur Offensive passt zur Erzählung um Japan: Berkshire hält an Mitsubishi, Sumitomo, Mitsui, Marubeni und Itochu jeweils mehr als 10 Prozent und signalisiert über Abel, dass eine Erhöhung auf 15 Prozent aus seiner Sicht unproblematisch wäre.
Der Einstieg erfolgte bereits im Juli 2019, die erste Offenlegung im August 2020 mit Anteilen von gut 5 Prozent je Konzern – seither wurde schrittweise aufgestockt, zuletzt mit Zustimmung der beteiligten Unternehmen zu gelockerten Obergrenzen.
Verkäufe auf der anderen Seite des Portfolios
Während Berkshire in Japan offensiv bleibt, deutet sich bei einer der größten US-Positionen ein gegenläufiger Trend an: Seit Mitte 2024 haben Buffett und Abel fast 549,5 Millionen Bank-of-America-Aktien verkauft, gut 53 Prozent der einstigen Beteiligung.
Die BofA-Aktie notierte am 11. September mit einer Prämie von 59 Prozent auf ihren Buchwert – ein Bewertungsniveau, das laut Einschätzungen weitere Abgaben durch Abel wahrscheinlicher macht.
Die Gegenüberstellung zeigt, wie selektiv Abel vorgeht: Zukäufe dort, wo strategische Beteiligungen wie in Japan langfristig gehalten werden sollen, Verkäufe dort, wo Bewertungen aus Sicht des Managements ausgereizt erscheinen.
Was das für Anleger bedeutet
Für die Berkshire-Aktie liefert diese Gemengelage aus japanischer Rückendeckung, wiedergewonnener Kaufbereitschaft und selektiven Verkäufen ein Bild von aktivem Portfoliomanagement unter Abel. Der Titel schloss gestern bei 680.000 Euro, ein Plus von 1,3 Prozent, und liegt damit nur noch 0,9 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 686.000 Euro.
Der Abstand von 15 Prozent zum Jahrestief unterstreicht die Erholung der vergangenen Monate. Mit einem RSI von 61 und einer Position spürbar über dem 200-Tage-Durchschnitt bleibt der Trend intakt, ohne dass die Aktie technisch überkauft wirkt.
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