Better Collective Aktie: Wette auf PrognosemÀrkte zahlt sich aus
Veröffentlicht am: 21.08.2026 um 11:44 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Better Collective hat im zweiten Quartal geliefert, was viele Wettmedien-Konzerne derzeit vermissen lassen: Wachstum trotz Gegenwind. Der Umsatz stieg um 9 Prozent auf 89 Millionen Euro, das operative Ergebnis (EBITDA) sogar um 20 Prozent auf 27 Millionen Euro. Die Marge kletterte auf 30 Prozent â ein Plus von zwei Prozentpunkten gegenĂŒber dem Vorjahresquartal.
Die Börse reagierte verhalten. Die Aktie notierte nach der Vorlage bei 121,40 Dollar, ein Minus von 0,49 Prozent, und bewegt sich damit weiterhin in der Mitte ihrer 52-Wochen-Spanne zwischen 104,30 und 148,70 Dollar. Das deutet eher auf ZurĂŒckhaltung als auf EnttĂ€uschung hin â solide operative Zahlen treffen auf anhaltenden regulatorischen Druck in wichtigen MĂ€rkten.
PrognosemÀrkte als neuer Wachstumstreiber
Die eigentliche Story des Quartals spielt sich in Nordamerika ab. Die CPA-Erlöse dort legten um 50 Prozent auf 5 Millionen Euro zu, getrieben von sogenannten Prediction Markets â Wettplattformen auf EreignisausgĂ€nge, die in den USA gerade an Fahrt gewinnen. Die EBITDA-Marge der Region sprang von 5 auf 26 Prozent, weil das GeschĂ€ft dort auf Provisionsbasis funktioniert und damit sofort Ertrag bringt.
Co-CEO Jesper SĂžgaard rechnet mit weiterem RĂŒckenwind, sobald zur NFL-Saison mehr Anbieter in den Markt drĂ€ngen. Aktuell sind zwei Wettanbieter aktiv, nachdem das Jahr mit nur einem gestartet war â mehr Wettbewerb bedeutet fĂŒr Better Collective bessere Preise fĂŒr seine Vermittlungsleistung.
Parallel dazu trĂ€gt die FuĂball-Weltmeisterschaft zum Ergebnis bei. Neue zahlende Kunden wuchsen um 24 Prozent, das Einzahlungsvolumen erreichte mit 836 Millionen Euro einen Rekordwert. Das Turnier deckte im zweiten Quartal nur die erste HĂ€lfte ab â der zweite Teil des WM-Effekts fĂ€llt damit ins dritte Quartal.
Höherwertige Werbeerlöse statt Masse
Strategisch treibt das Unternehmen den Umbau seines WerbegeschĂ€fts voran. Sponsoring-Erlöse legten um 39 Prozent auf 16 Millionen Euro zu, wĂ€hrend klassische CPM-Werbung um 16 Prozent auf 6 Millionen Euro zurĂŒckging.
Management verfolgt damit bewusst den Tausch von margenschwacher Programmatic-Werbung gegen direkte Sponsoring-Deals â ab dem kommenden GeschĂ€ftsjahr sollen beide Linien ohnehin zu einer einzigen Werbeerlös-Position zusammengefasst werden.
Gebremst wurde das Wachstum durch regulatorische Eingriffe: Die britische Anhebung der Wettsteuer von 21 auf 40 Prozent kostete rund 2 Millionen Euro Umsatz, Ănderungen in Brasilien weitere 2 Millionen Euro. Das organische Wachstum von 11 Millionen Euro glich diese Belastungen mehr als aus.
KapitalrĂŒckfĂŒhrung lĂ€uft weiter
Der operative Cashflow vor Sondereffekten stieg um 59 Prozent auf 30 Millionen Euro, was einer Cash-Conversion von 111 Prozent entspricht. Better Collective kaufte im Quartal Aktien im Wert von 8 Millionen Euro zurĂŒck, damit sind im ersten Halbjahr 14 Millionen Euro des auf 40 Millionen Euro angelegten Jahresziels erreicht. Die Nettoverschuldung liegt beim 2,3-Fachen des EBITDA und damit komfortabel unter der selbstgesteckten Grenze vom Dreifachen.
Die Jahresprognose bleibt unverĂ€ndert: 7 bis 12 Prozent organisches Umsatzwachstum und 8 bis 18 Prozent EBITDA-Wachstum vor Sondereffekten. FĂŒr das dritte Quartal kĂŒndigte das Management weitere Restrukturierungskosten im Zuge laufender Effizienzprogramme an â nach bereits 1,4 bis 1,5 Millionen Euro an Sonderaufwendungen im zweiten Quartal.
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