BHP Aktie: Abweisungsantrag mit Rio Tinto gescheitert
Veröffentlicht am: 26.10.2026 um 14:43 Uhr | Redaktion boerse-global.deBHP hat vor dem australischen Bundesgericht einen Rückschlag erlitten: Die Sammelklagen wegen Sexdiskriminierung und sexueller Belästigung gehen weiter. BHP und Rio Tinto scheiterten mit ihren Anträgen auf vollständige Abweisung. Teile beider Klagen müssen allerdings geändert werden. Für Anleger bedeutet das: Die rechtliche Auseinandersetzung ist nicht beendet.
Gericht weist Abweisungsanträge zurück
Die Entscheidung betrifft den Fortgang der Verfahren. Sie ist nicht mit einer abschließenden Entscheidung über die erhobenen Vorwürfe gleichzusetzen. Zugleich konnten die Unternehmen ihr Ziel nicht erreichen, die Klagen vollständig abzuwehren.
Damit bleibt die Unterscheidung zwischen den zurückgewiesenen Anträgen und den erforderlichen Änderungen wichtig. Die Klägerinnen müssen Teile ihrer Klagen überarbeiten. Der Versuch der Unternehmen, die Verfahren insgesamt zu beenden, war jedoch erfolglos.
Der Kursanstieg steht neben einer nachteiligen juristischen Nachricht. Als Abschluss der rechtlichen Risiken lässt sich die Börsenbewegung nicht verstehen.
Samarco berichtet über weitere Wiedergutmachung
Parallel dazu meldete Samarco den Stand der Wiedergutmachung nach dem Bruch des Fundão-Staudamms. Nach Unternehmensangaben summieren sich die Reparatur- und Entschädigungsmaßnahmen auf 82.600 Millionen Real. Das neue Rio-Doce-Abkommen sieht insgesamt 170.000 Millionen Real vor.
Die Katastrophe betrifft ein anderes Themenfeld als die australischen Sammelklagen. Gemeinsam ist beiden Sachverhalten jedoch ihre Bedeutung für die Beurteilung rechtlicher und gesellschaftlicher Verpflichtungen rund um BHP.
Der von dem Gemeinschaftsunternehmen von Vale und BHP betriebene Damm brach am 5. November 2015. Dabei starben 19 Menschen. Die gemeldeten Maßnahmen beziehen sich auf die Folgen dieser Katastrophe.
Samarco zufolge wurden in Novo Bento Rodrigues und Paracatu inzwischen 395 Gebäude fertiggestellt. Außerdem entstanden oder erweiterten sich elf Kläranlagen in 22 Gemeinden. Diese Fortschritte dokumentieren die Umsetzung der Wiedergutmachung; sie sind keine Meldung über einen Abschluss des gesamten Programms.
Unterschiedliche Risiken getrennt bewerten
Für Anleger stehen damit zwei getrennte Entwicklungen nebeneinander: In Australien laufen die Sammelklagen nach der Gerichtsentscheidung weiter. In Brasilien berichtet Samarco über Fortschritte innerhalb eines umfassenden Wiedergutmachungsabkommens.
Die Nachricht ist deshalb vor allem eine Erinnerung an fortdauernde Verpflichtungen. Weder der positive Aktienhandel noch die gemeldeten Fortschritte bei Samarco ändern den Verfahrensstand der australischen Klagen. Diese bleiben nach dem gescheiterten Abweisungsversuch ein offener rechtlicher Faktor für BHP.
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