Bitcoin: Dünne Basis unter 85.000
Veröffentlicht am: 08.10.2026 um 20:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Ausbruch über 85.000 Dollar hielt nicht lange. Bitcoin notiert heute gut ein Prozent im Minus bei rund 82.550 Dollar. Ein Blick auf die Datenlage erklärt, warum die jüngste Erholung auf wackligen Beinen steht.
Umschichtung statt frischem Geld
Am Sonntag schloss Bitcoin den Handelstag erstmals über der Verkaufswand bei 85.000 Dollar. Der Umsatz lag dabei nur bei etwa der Hälfte eines normalen Sonntags, und die US-Spot-ETFs waren geschlossen.
Kurzfristige Anleger mit einer Haltedauer unter 155 Tagen nutzten den Sprung zum Ausstieg. Rund 86 Prozent der an diesem Tag auf Börsen geflossenen Coins stammten aus ihren Gewinnpositionen, so viel wie an keinem Tag der vergangenen zwölf Monate, wie das Analysehaus Glassnode misst.
Auch die Kapitalströme tragen die Erholung kaum. In den 30 Tagen bis zum 5. Oktober flossen über ETFs, Stablecoins und Unternehmenskäufe rund 4,9 Milliarden Dollar zu. Die Realized Cap legte im selben Zeitraum jedoch um etwa 12,8 Milliarden Dollar zu. Den Großteil des Zuwachses liefern demnach Anleger, die einander Coins zu höheren Preisen abkaufen.
Die Marke bei 81.000 Dollar
Im Orderbuch von Binance liegt der größte Block an Kaufaufträgen seit Samstag bei 81.000 bis 81.250 Dollar. Direkt darüber, zwischen etwa 81.700 und 83.300 Dollar, ballen sich Liquidationsschwellen gehebelter Kaufpositionen. Genau in diesem Band handelt Bitcoin derzeit. Erzwungene Verkäufe könnten einen Rückgang beschleunigen, die nächste größere Häufung sieht Glassnode erst bei rund 75.000 Dollar.
Von außen kommt kein Rückenwind. Nach drei US-Konjunkturdaten verpuffte ein kurzer Anstieg jeweils binnen zwölf Stunden. Das Protokoll der Septembersitzung der Fed bringt keine Entlastung: Die Mehrheit der Notenbanker hielt eine weitere Zinserhöhung bis Jahresende für wahrscheinlich.
Optionsmarkt bleibt optimistisch
Ein reines Abwärtsszenario zeichnen die Daten allerdings nicht. Am Optionsmarkt standen zuletzt nur rund 0,56 Puts je offenem Call. Die größte Liquidationszone der Einjahreskarte liegt oberhalb des Kurses, zwischen etwa 87.100 und 95.900 Dollar. Die Positionierung der Händler ist damit deutlich zuversichtlicher als die tatsächliche Nachfrage.
Regulatorisch kommt Bewegung aus Griechenland: Ein Gesetzesentwurf sieht eine Steuer von 10 Prozent auf Krypto-Gewinne vor, die ersten 500 Euro blieben frei. Das liegt unter den Sätzen in Frankreich und Italien. Der Entwurf soll in der ersten Novemberwoche ins Parlament.
Technisch gilt: Hält Bitcoin nachhaltig über 85.500 Dollar, wäre die verlorene Marke laut Glassnode zurückerobert. Bricht dagegen die Zone bei 81.000 Dollar, rückt die Marke von 75.000 Dollar in den Blick.
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