Bitcoin, ETF-Anleger

Bitcoin: ETF-Anleger ziehen Geld ab

Veröffentlicht am: 02.11.2026 um 01:00 Uhr | Redaktion boerse-global.de
US-Bitcoin-Fonds verzeichneten hohe Tagesabflüsse, während der Kurs am Freitag um etwa vier Prozent nachgab.
Ein minimalistischer Schreibtisch mit einem Smartphone vor einer verschwommenen Skyline bei natürlichem Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Die erste echte Bewährungsprobe nach dem größten Krypto-Hack der Geschichte fällt rot aus. US-Spot-Bitcoin-ETFs verzeichneten am Freitag Abflüsse von 643,2 Millionen Dollar, den höchsten Tageswert des Monats Oktober. Es war die erste volle Handelssitzung nach dem Angriff auf Binance, der nach US-Börsenschluss am Donnerstag begonnen hatte.

Abflüsse löschen die Zuflussserie aus

Die Verkäufe radierten eine viertägige Zuflussserie von 441 Millionen Dollar aus. Auf Wochensicht stehen die Fonds nun mit rund 202 Millionen Dollar im Minus, im Oktober summieren sich die Abflüsse auf etwa 516 Millionen Dollar. Die kumulierten Nettozuflüsse seit dem Start im Januar 2024 sanken auf 57,4 Milliarden Dollar.

Ethereum-Fonds traf es relativ zu ihrer Größe härter: Sie verloren 155,7 Millionen Dollar, der fünfte Abflusstag in Folge. Solana-ETFs gaben ebenfalls nach.

Der Kurs hielt sich vergleichsweise stabil

Am Markt fiel die Reaktion milder aus, als es die Dimension des Diebstahls vermuten ließ. Bitcoin gab am Freitag um etwa 4 Prozent auf rund 76.400 Dollar nach, zudem wurden Hebelpositionen von mehr als 1,3 Milliarden Dollar liquidiert. Nach dem gescheiterten Angriff auf Binance im Jahr 2018 war der Kurs noch um fast 11 Prozent eingebrochen.

Bis Samstag stabilisierte sich Bitcoin bei etwa 77.520 Dollar, auf Wochensicht bleibt ein Minus von 3,3 Prozent. Die gesamte Marktkapitalisierung der Kryptowerte liegt bei rund 2,7 Billionen Dollar.

Zur Beruhigung trugen mehrere Faktoren bei. Binance will die Verluste mit Unternehmensmitteln und einer Notfallreserve tragen, nach eigenen Angaben sind bereits 90 Prozent der gestohlenen Summe gedeckt. Tether und Circle froren gestohlene Stablecoins von mehr als 2,3 Milliarden Dollar ein.

Nordkorea im Visier, Zinsen im Hintergrund

Das FBI ordnet den Angriff der nordkoreanischen Gruppe TraderTraitor zu. Unternehmen sollen Transaktionen von bestimmten Adressen blockieren, damit die Beute nicht gewaschen werden kann. Die Angreifer bewegten einen Großteil der gut sechs Milliarden Dollar binnen 20 Minuten. Der bisher größte Börsenhack, der Bybit-Angriff Anfang 2025, wurde ebenfalls Nordkorea zugeschrieben.

Makroökonomisch bleibt der Gegenwind. Die US-Notenbank beließ die Zinsen bei 3,75 bis 4 Prozent, zwei Mitglieder stimmten jedoch für eine Anhebung. Händler sehen die Wahrscheinlichkeit einer Erhöhung im Dezember bei über 70 Prozent.

Binance will ab Sonntag die Auszahlungen schrittweise wieder freigeben. Ob die ETF-Abflüsse am Montag anhalten, zeigen die nächsten Tagesdaten der Emittenten.

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