Bitcoin: Million-Dollar-Frage kassiert
Veröffentlicht am: 17.08.2026 um 17:55 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Während Krypto-Investoren wie Cathie Wood oder Jack Dorsey seit Jahren mit der Marke von einer Million Dollar je Bitcoin werben, rechnet Analyst Markus Thielen von 10x Research nüchtern gegen. Sein Ergebnis: Für ein solches Kursziel bis 2030 fehlen schlicht die Kapitalmengen. Der Bitcoin-Kurs selbst bewegt sich derzeit ohnehin in einer engen Spanne um 63.500 Dollar und wartet auf einen Impuls.
Warum 15 Billionen Dollar fehlen
Nach Thielens Berechnung waren rund eine Billion Dollar an Kapitalzuflüssen nötig, um Bitcoin über 15 Jahre auf die heutige Größenordnung zu heben. Für einen Sprung auf eine Million Dollar bis 2030 wären von hier aus weitere 15 Billionen Dollar frisches Kapital erforderlich – ungefähr ein Viertel des gesamten US-Aktienmarktes, das in vier Jahren in einen einzigen Vermögenswert fließen müsste. Selbst eine Rückkehr auf 100.000 Dollar bezeichnet der Analyst bereits als großen Erfolg, ein neues Allzeithoch sieht er vorerst nicht in Reichweite.
Ganz ausschließen will Thielen die Millionen-Marke langfristig nicht. Dafür brauche es allerdings ein extremes Szenario – etwa eine schwere Kreditkrise oder einen Zusammenbruch des bestehenden Finanzsystems. Solche spektakulären Kursziele sorgen zwar für Aufmerksamkeit, könnten bei Privatanlegern aber unrealistische Renditeerwartungen wecken.
Strategy hält still, Saylor schweigt
Auf der Unternehmensseite zeigt sich derweil Zurückhaltung. Strategy, der größte börsennotierte Bitcoin-Halter, hat in der vergangenen Woche erstmals seit Juni weder Bitcoin gekauft noch verkauft. Der Bestand bleibt bei 840.447 BTC, im Schnitt zu 75.385 Dollar erworben – bei aktuellem Kurs ein Buchverlust von rund 9,9 Milliarden Dollar auf die Gesamtposition.
Statt Bitcoin zu bewegen, verkaufte das Unternehmen MSTR-Aktien im Wert von 333,7 Millionen Dollar. Das Geld floss in Dividenden für die STRC-Vorzugsaktien, in Rückkäufe derselben sowie in die Dollar-Reserve, die nun bei 4,8 Milliarden Dollar liegt. Mitgründer Michael Saylor verzichtete zudem auf seine sonst wöchentlichen Tracker-Updates, die in der Vergangenheit oft Käufe ankündigten – ein Muster, das zuletzt ohnehin unregelmäßiger geworden ist.
Auf der Marktebene mehren sich unterdessen schwache Signale: Nur noch gut die Hälfte aller umlaufenden Bitcoin liegt aktuell im Gewinn, der niedrigste Stand seit über drei Jahren. Parallel dazu flossen an mehreren Tagen in Folge Gelder aus den US-Spot-ETFs ab. Die Unterstützung bei 62.500 Dollar gilt derzeit als Linie, die halten muss, während 64.200 Dollar den nächsten Widerstand markiert.
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