Bitcoin, Seitwärtsphase

Bitcoin: Seitwärtsphase vor Fed-Entscheid

Veröffentlicht am: 24.10.2026 um 04:42 Uhr | Redaktion boerse-global.de
ETF-Käufe von 442,7 Millionen Dollar stützten den Bitcoin-Kurs kaum; Fed-Entscheid und weitere Termine könnten Bewegung bringen.
Ein moderner Schreibtisch mit Laptop in einem Büro, neutral gehalten, während der Markt auf eine geldpolitische Entscheidung wartet. Illustration mit AI erstellt.

Bitcoin tritt auf der Stelle, und viele Marktteilnehmer halten das für ein Muster mit Ankündigungscharakter. Seit einem Monat pendelt der Kurs in einer Spanne zwischen 80.000 und 87.000 Dollar. Am Freitag lag er bei rund 81.800 Dollar, kaum verändert zum Vortag.

Makro drückt auf die Stimmung

Belastet wird der Markt von außen. Eine breite Verkaufswelle bei Technologiewerten, ausgelöst durch durchwachsene Zahlen einiger Branchenschwergewichte und Zweifel an der langfristigen Tragfähigkeit der KI-Bewertungen, greift auf Kryptowerte über. Dazu steigt der Ölpreis auf den höchsten Stand seit über fünf Monaten, weil Berichte eine Wiederaufnahme der Kampfhandlungen gegen den Iran im November für wahrscheinlich halten.

Die Anleger warten vor allem auf die US-Notenbank. Die Fed hob im September erstmals seit 2023 die Zinsen an, die Verbraucherpreise legten anschließend um 0,6 Prozent zu. Die nächste Zinsentscheidung steht am 28. Oktober an. "Bis dahin will niemand eine große Wette eingehen", sagt Jake Koch-Gallup von Blockworks.

Die Ruhe hat auch eine konstruktive Lesart. André Dragosch von Bitwise Europe wertet sie als "konstruktives Zeichen": Die Rücksetzer der laufenden Erholung fielen milder aus als in früheren Zyklen, obwohl Öl, Halbleiteraktien und Staatsanleihen stark schwanken. Das spreche für "Widerstandsfähigkeit statt Euphorie". Carlos Guzman von GSR bleibt nüchterner. Solange die Risikoscheu an den globalen Märkten anhält, rechnet er nicht mit einem nachhaltigen Ausbruch.

ETF-Zuflüsse ohne Kursimpuls

Spot-Bitcoin-ETFs verbuchten in der Woche bis zum 22. Oktober Zuflüsse von 442,7 Millionen Dollar, die beste Woche seit Ende September. Zwei Wochen mit Abflüssen gingen damit zu Ende. Den Kurs bewegte das kaum. Bitcoin war zuletzt kurz unter 80.000 Dollar gefallen, fand laut Guzman aber rasch Käufer. Es fehle jedoch an Beständigkeit, um eine Rally zu tragen.

Zusätzlich bemerkenswert: Dragosch zufolge preisen Derivate deutlich weniger Schwankung ein, als On-Chain-Daten nahelegen. Optionen seien daher ungewöhnlich günstig.

Drei Termine in zwei Wochen

Koch-Gallup nennt drei mögliche Auslöser: die Fed-Entscheidung am 28. Oktober, den Verfall von Optionen im Volumen von 11,69 Milliarden Dollar am 30. Oktober und die US-Zwischenwahlen am 3. November. Bleiben die Zinsen unverändert und fließt weiter Geld in die ETFs, erwartet er einen Ausbruch nach oben.

Bei einer erneuten Zinserhöhung rückt dagegen die Unterstützungszone zwischen 75.000 und 77.000 Dollar wieder ins Blickfeld. Auch eine Entspannung rund um die Straße von Hormus könnte laut Guzman als Impuls wirken.

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