Blackrock, Aktie

Blackrock Aktie: Wette auf zahlende Maschinen

Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 18:41 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Blackrock hält Stablecoins für geeignet, wenn KI-Agenten selbstständig bezahlen. Ihre Nutzung ist bislang gering; der breite Ausbau der Infrastruktur steht noch aus.

Luftaufnahme Manhattan Finanzdistrikt bei Sonnenuntergang, Vermögensverwaltung New York
BlackRock Inc. Hauptquartier in New York, Finanzdistrikt Manhattan aus der Luft, ISIN US09247X1019 Illustration mit AI erstellt.

Was passiert, wenn Künstliche Intelligenz anfängt, ihre eigenen Rechnungen zu begleichen? Blackrock hat darauf eine Antwort parat – und sie heißt Stablecoin. Der weltgrößte Vermögensverwalter sieht in autonomen KI-Agenten einen bislang unterschätzten Wachstumstreiber für den Kryptomarkt.

Maschinen als Kunden von morgen

In einem aktuellen Forschungspapier des Digital-Assets-Teams unter Leitung von Will Su und Robert Mitchnick argumentiert Blackrock, dass sogenannte "agentic AI" – Systeme, die eigenständig mehrstufige Aufgaben ausführen, von der Flugbuchung bis zur Bezahlung – ein grundlegendes Problem lösen müssen: Traditionelle Zahlungswege sind für Maschinen schlicht nicht gemacht.

Ein Bankkonto braucht einen Menschen mit Ausweis, Kartennetzwerke rechnen sich bei einem Bruchteil-Cent-API-Aufruf nicht. Stablecoins dagegen laufen rund um die Uhr, brauchen keinen Schalterbeamten und wickeln Transaktionen nahezu sofort ab.

Die Zahlen, die Blackrock ins Feld führt, sind beachtlich. Das adjustierte Transaktionsvolumen von Stablecoins kletterte 2025 auf über 11 Billionen Dollar – eine Größenordnung, die sich mit den jährlichen Zahlungsvolumina von Visa und Mastercard messen lässt.

Zum Vergleich: Das klassische ACH-Banksystem bewegte im gleichen Jahr 93 Billionen Dollar, wächst aber nur um etwa 8,5 Prozent jährlich, während Stablecoins seit 2020 um rund 80 Prozent pro Jahr zulegen.

Erste Bausteine dieser Infrastruktur existieren bereits. Amazon hat Stablecoin-Zahlungen über Coinbase und Stripe in seine KI-Cloud-Tools integriert, Google baut mit Unterstützung von Coinbase und der Ethereum Foundation eine eigene Zahlungsschicht für Agenten auf.

Die tatsächliche Nutzung bleibt allerdings noch dünn: Eine Analyse von 52,7 Millionen Dollar an Settlements über das Protokoll x402 zeigte, dass KI-Agenten bislang nur zwischen 0,6 und 7,5 Prozent des Volumens ausmachen – der Großteil des Traffics stammt noch von gewöhnlichen automatisierten Skripten.

Rechenleistung als handelbare Ware

Blackrock geht noch einen Schritt weiter und skizziert ein Szenario, in dem Rechenkapazität wie Öl oder Weizen in standardisierten Kontrakten gehandelt wird – kaufbar, verkaufbar, als Sicherheit hinterlegbar, automatisch abgewickelt über die Blockchain.

Angesichts von Analystenschätzungen, die das kombinierte Cloud-Umsatzvolumen von Amazon, Microsoft und Google für 2030 auf rund 1,1 Billionen Dollar beziffern, wäre der Bedarf an effizienter, maschinenlesbarer Abrechnung entsprechend groß.

Der Stablecoin-Markt selbst liegt laut Blackrock aktuell bei einer Marktkapitalisierung von über 300 Milliarden Dollar. Das Unternehmen wettet darauf, dass nicht menschliche Käufer, sondern autonome Systeme die nächste Wachstumsphase treiben.

Parallel zu dieser strategischen Positionierung im Digital-Assets-Bereich meldete Blackrock am Montag eine Aufstockung seiner Beteiligung an der Public Policy Holding Company auf 4,06 Prozent – ein Routinevorgang im Rahmen der laufenden Portfolioverwaltung über mehrere konzerneigene Fondsgesellschaften, ohne unmittelbaren Bezug zur Krypto-These.

Ob sich Blackrocks Prognose zur "Machine-Native Economy" bewahrheitet, hängt maßgeblich davon ab, wie schnell Unternehmen wie Amazon und Google ihre Agenten-Zahlungsinfrastruktur tatsächlich in der Breite ausrollen.

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