Blackstone Aktie: AirTrunk-IPO auf 2027 verschoben
Veröffentlicht am: 13.10.2026 um 16:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Blackstone will mehr Kapital in Indien investieren und hĂ€lt an seiner Ăberzeugung fĂŒr KI-Infrastruktur fest. PrĂ€sident Jon Gray bekrĂ€ftigte diese Ausrichtung heute beim Bloomberg New Economy Forum in Neu-Delhi.
Gleichzeitig zeigt der verschobene Börsengang des von Blackstone unterstĂŒtzten Rechenzentrumsbetreibers AirTrunk, dass starke Nachfrage nach KI-Infrastruktur nicht automatisch gĂŒnstige Finanzierungsbedingungen bedeutet. FĂŒr Anleger stehen damit langfristige Investitionschancen und kurzfristige KapitalmarkthĂŒrden nebeneinander.
Indien soll mehr Kapital erhalten
Laut Business Today begrĂŒndete Gray die geplanten zusĂ€tzlichen Investitionen mit Indiens Bevölkerung, englischen Sprachkenntnissen und FachkrĂ€ften. Hinzu komme eine wachstumsorientierte Regierung. Indien habe Blackstone weltweit die höchsten Private-Equity-Renditen gebracht. Einen konkreten Betrag fĂŒr die angekĂŒndigte Ausweitung der Investitionen nannte der Bericht nicht.
Gray zufolge sind neun der zehn Blackstone-Portfoliounternehmen mit den gröĂten Kursgewinnen in diesem Jahr KI-Unternehmen. Die Aussage unterstreicht die Bedeutung des Themas innerhalb des Portfolios. Sie beschreibt allerdings die Entwicklung dieser Beteiligungen und ist keine Prognose fĂŒr die Blackstone-Aktie.
Im vergangenen Jahr investierte Blackstone unter anderem in das KI-Cloud-Start-up Neysa, das IPL-Team Royal Challengers Bengaluru und die Federal Bank. Das Engagement in Indien beschrÀnkt sich damit nicht auf digitale Infrastruktur. Gray bekrÀftigte zugleich Blackstones Engagement in Energie, Verteidigung und Life Sciences.
In einem heute veröffentlichten Bloomberg-Video bezeichnete Gray KI-Infrastruktur als den ârichtigen Ortâ fĂŒr Investitionen. Seine Botschaft ist damit klar: Blackstone hĂ€lt an diesem Investitionsfeld fest, auch wenn die KapitalmĂ€rkte bei einzelnen Vorhaben vorsichtiger werden.
AirTrunk trifft auf vorsichtigere Anleger
Diese ZurĂŒckhaltung zeigt sich bei AirTrunk. Das Wall Street Journal berichtet unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen von einer Verschiebung des geplanten Börsengangs in Singapur. Als GrĂŒnde nennt der Bericht MarktvolatilitĂ€t und Unsicherheit ĂŒber den US-Zinspfad.
CNBC TV18 berichtet unter Berufung auf Bloomberg, dass der geplante REIT-Börsengang ĂŒber 1,5 Mrd. US-Dollar auf 2027 verschoben werde. GröĂe und Zeitpunkt bleiben dem Bericht zufolge jedoch offen. Die Verschiebung ist deshalb nicht mit einer endgĂŒltigen Absage gleichzusetzen.
FĂŒr Blackstone liegt hier die zentrale EinschrĂ€nkung seiner positiven KI-EinschĂ€tzung: Die Nachfrage nach Infrastruktur und die Bereitschaft der Anleger zur Finanzierung sind unterschiedliche GröĂen. Laut dem Wall Street Journal bleiben Investoren trotz starker Nachfrage vorsichtig und verlangen höhere Renditen.
AirTrunk erwog laut Insidern fĂŒr den REIT eine Rendite von rund 6% statt zuvor 5,5%. Blackstone und Canada Pension Plan Investment Board hatten den Betreiber 2024 fĂŒr 24 Mrd. australische Dollar gekauft. Die erwogene höhere Rendite verdeutlicht die verĂ€nderten Anforderungen potenzieller Börsenanleger.
Analysten bleiben unterschiedlich positioniert
Auch bei der Blackstone-Aktie fÀllt die Bewertung nicht einheitlich aus. TD Cowen senkte gestern das Kursziel von 154 auf 144 US-Dollar, bestÀtigte aber die Kaufempfehlung. UBS hielt ebenfalls gestern an seiner Halteempfehlung mit einem Kursziel von 116 US-Dollar fest.
Die Aktie verliert heute -4,3% und notiert bei 98,52 âŹ; die strategischen Aussagen verhindern damit keinen TagesrĂŒckgang. Eine eindeutige Zuordnung der Bewegung zu den einzelnen Nachrichten wĂ€re allerdings nicht gerechtfertigt.
FĂŒr Anleger ergibt sich ein differenziertes Bild: Gray sieht weiterhin attraktive Einsatzmöglichkeiten fĂŒr Kapital. Die AirTrunk-Verschiebung zeigt zugleich, dass die Umsetzung ĂŒber den öffentlichen Kapitalmarkt anspruchsvoller bleibt. Blackstones InvestitionsĂŒberzeugung besteht fort; die Finanzierungsbedingungen setzen ihr bei einzelnen Vorhaben Grenzen.
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