BMW Aktie: Operative Marge fÀllt auf 2,3 Prozent
Veröffentlicht am: 13.08.2026 um 19:57 Uhr | Redaktion boerse-global.de
BMW steckt mitten im gröĂten Umbau seit Jahren. Am Donnerstag vergangener Woche einigte sich der Konzern mit dem Betriebsrat auf den Abbau von rund 8.000 ArbeitsplĂ€tzen bis Ende 2027 â etwa fĂŒnf Prozent der Belegschaft.
Zeitgleich lĂ€sst der Autobauer Aktien vom Markt nehmen: Zwischen dem 3. und 9. August erwarb BMW knapp 600.000 Stammaktien zu Durchschnittskursen zwischen 59 und 61 Euro im Rahmen des laufenden RĂŒckkaufprogramms 2025â2027. Der Kurs notiert aktuell bei 59,18 Euro und damit nur wenig ĂŒber dem 52-Wochen-Tief von 56,40 Euro.
Der Gewinn bricht ein, die Prognose bleibt
Grundlage fĂŒr den harten Sparkurs ist der Halbjahresbericht, den BMW vor gut zwei Wochen vorlegte. Der Gewinn nach Steuern brach im zweiten Quartal um 35 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro ein, der Umsatz sank um 7,9 Prozent auf 31,3 Milliarden Euro. Besonders schmerzhaft: Die operative Marge im Automobil-Segment fiel von 5,4 auf nur noch 2,3 Prozent.
Haupttreiber der SchwÀche ist China, wo der Absatz im zweiten Quartal um 30,2 Prozent auf 117.927 Fahrzeuge einbrach. Trotzdem hÀlt der Konzern an seiner nach der Gewinnwarnung im Juni gesenkten Jahresprognose fest: eine EBIT-Marge im Automobil-Segment von ein bis drei Prozent.
Der Stellenabbau soll dort ansetzen, wo der Kostendruck am gröĂten ist â in Verwaltung und Entwicklung, nicht in der Produktion. Mehr als die HĂ€lfte der betroffenen Stellen liegt in Deutschland.
Betriebsbedingte KĂŒndigungen schlieĂt die Vereinbarung aus, im Gegenzug verlĂ€ngert BMW die BeschĂ€ftigungssicherung um ein Jahr. Ab 2028 soll der Umbau jĂ€hrlich rund eine Milliarde Euro einsparen, 2026 selbst fĂ€llt dafĂŒr eine Einmalbelastung von etwa einer Milliarde Euro an.
AktienrĂŒckkauf als Signal in schwierigen Zeiten
Dass BMW parallel zum Stellenabbau eigene Aktien zurĂŒckkauft, wirkt zunĂ€chst widersprĂŒchlich, folgt aber der Logik eines mehrjĂ€hrigen Programms, das unabhĂ€ngig von der aktuellen Ergebnisdelle lĂ€uft. FĂŒr Anleger ist es zumindest ein Zeichen, dass der Vorstand die Bewertung der Aktie fĂŒr attraktiv hĂ€lt â bei einem Kurs, der rund 40 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 97,90 Euro liegt.
Auch operativ gibt es Lichtblicke. In Europa wuchsen die Auslieferungen batterieelektrischer Fahrzeuge im zweiten Quartal um 38 Prozent, angetrieben vom neuen iX3, der bereits rund 100.000 Vorbestellungen weltweit verzeichnet. In Deutschland und den USA legte der Absatz im ersten Halbjahr zu, wĂ€hrend China der groĂe Belastungsfaktor bleibt. Zölle in den USA und der EU drĂŒckten die Marge im zweiten Quartal um weitere 1,25 Prozentpunkte.
FĂŒhrungswechsel und neue Werke
Der Umbau reicht bis in die Vorstandsetage: Zum 1. September ĂŒbernimmt Dorothea von Boxberg das Personalressort von Ilka Horstmeier. Produktionsseitig verschiebt BMW KapazitĂ€ten Richtung ElektromobilitĂ€t â MĂŒnchen soll ab 2027 zum reinen E-Auto-Werk werden, in Spartanburg und San Luis PotosĂ entstehen neue Fertigungsstandorte fĂŒr elektrische Modelle.
Ob der eingeschlagene Kurs reicht, um die Marge zurĂŒck auf ein auskömmliches Niveau zu heben, wird sich an den kommenden Quartalsberichten zeigen mĂŒssen.
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