Boeing, Aktie

Boeing Aktie: Beschleunigung riss ab

Veröffentlicht am: 18.08.2026 um 15:24 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Untersuchungsbericht zeigt Startprobleme einer Boeing 787-9 in München. Die Aktie reagiert nur leicht negativ, die Ursachenanalyse läuft.

Boeing-Aktie: Beinahe-Unfall einer 787-9 in München belastet Kurs kaum
Abstrakte Darstellung einer modernen Luft- und Raumfahrtfertigung mit kühler, kinoreifer Beleuchtung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Ein vorläufiger Untersuchungsbericht der vietnamesischen Luftfahrtbehörde bringt Licht in den Beinahe-Unfall einer Boeing 787-9 am Münchner Flughafen. Die Vietnam-Airlines-Maschine geriet demnach schon beim Start ins Straucheln — mit Folgen, die sich erst nach dem Abheben zeigten.

Was der Bericht zeigt

Laut den Piloten-Angaben verlor die Maschine auf halbem Weg der Startbahn für rund zwei Sekunden an Tempo, beschleunigte danach kurz wieder auf die kritische Geschwindigkeit, fiel dann aber erneut ab. Für einen sicheren Startabbruch reichte die verbleibende Strecke nicht mehr. Die Piloten setzten den Start fort, brachten die Schubhebel auf Maximalposition und zogen die Nase hoch — das Flugzeug hob gerade noch ab.

Nach dem Start meldete das System einen sogenannten Tailstrike, also eine Berührung des Hecks mit der Startbahn, sowie Druckverlust an vier der acht Reifen. Die Besatzung entschied sich für die Rückkehr nach München.

Vor der Landung ließ die Maschine rund 60 Tonnen Kerosin ab, um das nötige Landegewicht zu erreichen, und drehte zwei Schleifen über dem Flughafen, damit die Flugsicherung das Fahrwerk optisch prüfen konnte. Bei der Landung platzten wie erwartet mehrere Reifen, es kam zu Rauchentwicklung am Fahrwerk. Verletzt wurde niemand unter den 271 Passagieren und 16 Crew-Mitgliedern.

Zuständig für die weitere Aufklärung ist die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung in Braunschweig, die bereits Flugdatenschreiber und Stimmenrekorder gesichert hat. Mit einem Zwischenbericht wird in mehreren Wochen gerechnet, der Abschlussbericht dürfte Monate dauern.

Kursreaktion bleibt verhalten

Die Boeing-Aktie reagierte auf die Nachrichten bislang moderat und notierte vorbörslich leicht schwächer. Größere Kursausschläge blieben aus — der Vorfall betrifft zunächst vor allem die Betriebssicherheit einer einzelnen Maschine, nicht die Flottenzulassung insgesamt.

Parallel zur Aufklärung des Vorfalls rückt Boeing in der aktuellen geopolitischen Lage stärker in den Fokus staatlicher Beschaffung, während europäische Fluggesellschaften unter steigenden Kosten leiden. Für den Konzern bleibt der Ausgang der BFU-Untersuchung der entscheidende nächste Meilenstein — er wird zeigen, ob es sich um ein isoliertes technisches Problem oder einen strukturellen Befund an der 787-9-Flotte handelt.

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