Boeing Aktie: Korean Air macht ernst
Veröffentlicht am: 16.09.2026 um 13:05 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der größte Flottenumbau in der Geschichte von Korean Air ist unter Dach und Fach. Die südkoreanische Airline hat ihre bereits im August 2025 angekündigte Bestellung über 103 Boeing-Maschinen final unterzeichnet. Für Boeing ist das mehr als nur Papierkram — es ist die Bestätigung eines der größten Aufträge der vergangenen Jahre.
Ein Milliardenpaket mit vielen Facetten
Nach Listenpreisen kommt die Order auf 36,2 Milliarden Dollar. Das Paket umfasst Großraumjets vom Typ 777-9, Dreamliner der Baureihe 787-10, Kurz- und Mittelstreckenflieger vom Typ 737-10 sowie Frachtmaschinen des Typs 777-8F.
Die Analysefirma IBA schätzt den tatsächlichen Marktwert nach üblichen Rabatten auf rund 12,6 Milliarden Dollar — ein erheblicher Unterschied zum Listenpreis, der bei Großbestellungen aber die Regel ist.
Rechnet man die parallel abgeschlossenen Verträge mit GE Aerospace und CFM International über Ersatztriebwerke und einen 15 Jahre laufenden Wartungsvertrag hinzu, kommt das Gesamtpaket auf 44,8 Milliarden Dollar.
Für Korean Air ist es die größte Beschaffung der Unternehmensgeschichte, ausgelöst durch die Integration von Asiana Airlines und den Wunsch nach einer einheitlicheren Flotte. Konzernchef Cho Won-tae hatte erklärt, dass rund 80 Prozent der neuen Jets ältere Maschinen ersetzen sollen, der Rest neue Verbindungen in die USA und nach Lateinamerika ermöglichen soll.
Ganz ohne Risiko ist der Deal für Boeing allerdings nicht. Von den vier bestellten Flugzeugtypen ist bislang nur die 787 vollständig zugelassen. Die 777-9 und die 737-10 stecken noch im Zertifizierungsprozess, die 777-8F befindet sich weiterhin in der Entwicklung. Verzögerungen bei diesen Programmen könnten damit auch den Zeitplan von Korean Air durcheinanderbringen.
Auch die Türkei bleibt im Blick
Parallel zeichnet sich ein weiterer Großauftrag ab: Boeing steht offenbar kurz davor, eine seit Monaten blockierte Bestellung von 150 737-MAX-Jets für Turkish Airlines zu retten.
Die Airline hatte im Streit über die Triebwerkswartung mit dem Ausstieg gedroht, laut übereinstimmenden Angaben mehrerer mit der Sache vertrauter Personen könnte die Unterschrift jedoch bereits in der kommenden Woche fallen. Der Deal ist Teil eines größeren Pakets über 225 Maschinen, das nach einem Treffen zwischen den Präsidenten der USA und der Türkei im vergangenen Jahr angekündigt worden war.
Für Boeing zeichnen sich damit zwei Großkunden ab, die trotz Zertifizierungsrisiken und Lieferverzögerungen an ihren Bestellungen festhalten. Ob die Turkish-Airlines-Order tatsächlich in der kommenden Woche unterschrieben wird, dürfte sich zeitnah zeigen.
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