Boeing Aktie: Zertifizierung statt Großdeal
Veröffentlicht am: 25.09.2026 um 00:14 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Während der Blick vieler Investoren auf den Gipfel zwischen Donald Trump und Xi Jinping gerichtet war, liefert Boeing an anderer Stelle handfeste Fortschritte. Alaska Air rechnet damit, dass die Zulassung für den 737 MAX 10 noch in diesem Monat kommt — ein Meilenstein, auf den die Branche seit Jahren wartet.
Zulassung als Etappensieg
Alaska-Air-Betriebschef Jason Berry geht davon aus, dass die US-Luftfahrtbehörde die Zertifizierung des größten 737-MAX-Modells bis Ende September abschließt. Die erste Auslieferung an die Airline soll im kommenden Frühjahr folgen, der Passagierbetrieb zwischen April und Mitte Mai starten. Für Boeing wäre das ein wichtiger Schritt, nachdem die MAX-10-Variante wiederholt Verzögerungen im Zulassungsprozess hinnehmen musste.
Parallel zur Zulassungsfrage füllt sich das Orderbuch. Turkish Airlines hat einen Auftrag über bis zu 150 737-MAX-Maschinen finalisiert, darunter 100 Maschinen vom Typ 737-8, sowie Optionen auf 50 weitere Jets. Es ist die größte Bestellung der Airline für Boeings Schmalrumpf-Modelle und baut auf einer Order für 787-Dreamliner aus dem Jahr 2025 auf. Biman Bangladesh Airlines bestellte zusätzlich elf Maschinen aus der 787- und 737-MAX-Familie.
China-Deal bleibt in der Schwebe
Weniger eindeutig verläuft es beim mit Spannung erwarteten China-Geschäft. Vor dem Treffen zwischen Trump und Xi in Washington hatten Investoren auf eine neue, große Bestellung chinesischer Fluggesellschaften gehofft — ähnlich wie beim vorherigen Gipfel im Mai, als ein Deal über 200 Flugzeuge zustande kam. Diese Hoffnung hat sich laut Beteiligten in den Tagen vor dem Treffen zerschlagen.
Boeing-Chef Kelly Ortberg hatte bereits vorab gedämpft: Es wäre schon ein Erfolg, wenn die bestehende 200-Jet-Order final unter Dach und Fach gebracht werden könnte. US-Handelsbeauftragter Jamieson Greer sprach von rund 140 Bestellungen, die sich in einem "guten Zustand" befänden, weitere zehn stünden vor dem Abschluss.
Eine neue Großorder war demnach für dieses Treffen nie die Priorität — im Vordergrund standen die Verlängerung des Handelswaffenstillstands bis zum 10. Januar sowie Gespräche zu KI-Sicherheitsfragen und Taiwan.
Die Aktie schloss zuletzt bei 199,93 Dollar, ein Plus von 1,12 Prozent. Für Boeing zählt am Ende weniger der symbolische China-Coup als die Summe kleinerer, verlässlicher Aufträge — und eine Zulassung, die seit Jahren auf sich warten lässt.
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