Bombardier Aktie: 21,8 Milliarden US-Dollar Auftragsbestand
Veröffentlicht am: 26.08.2026 um 12:12 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der kanadische Flugzeugbauer Bombardier hat am gestrigen Dienstag seine Prognosen für das laufende Geschäftsjahr 2026 bekräftigt. Trotz jüngster Kursbewegungen an den Börsen sieht das Management das Unternehmen operativ voll auf Kurs. Im Fokus stehen dabei ein deutliches Umsatzwachstum, der Ausbau der Service-Sparte sowie eine signifikante Stärkung der Bilanz, die zuletzt auch von Ratingagenturen gewürdigt wurde.
Operativer Aufwind und Flottenausbau
Wie das Unternehmen gestern bestätigte, rechnet Bombardier für 2026 weiterhin mit einem Umsatz von mehr als 10 Milliarden US-Dollar. Das bereinigte EBITDA soll über 1,625 Milliarden US-Dollar liegen. Ein wesentlicher Treiber dieser Entwicklung ist die Auslieferung von mehr als 157 Flugzeugen.
Besonders die Indienststellung des neuen Flaggschiffs „Global 8000“ spielt hierbei eine zentrale Rolle. Nach den im laufenden Jahr erhaltenen Zertifizierungen durch die FAA und die EASA trägt das Modell nun aktiv zum Auftragsbestand bei.
Dieser Auftragsbestand belief sich zum 30. Juni auf insgesamt 21,8 Milliarden US-Dollar, was die anhaltend hohe Nachfrage im Segment der Geschäftsreiseflugzeuge unterstreicht. Bereits im zweiten Quartal übertraf Bombardier die Erwartungen deutlich: Das Unternehmen meldete einen bereinigten Gewinn je Aktie von 2,50 US-Dollar, während der Marktkonsens lediglich von 1,32 US-Dollar ausgegangen war.
Der Umsatz stieg in diesem Zeitraum im Vergleich zum Vorjahr um 6 Prozent auf 2,15 Milliarden US-Dollar, wobei das Service-Geschäft mit 674 Millionen US-Dollar einen neuen Quartalsrekord erzielte.
Moody’s würdigt Entschuldungskurs
Parallel zur operativen Entwicklung verbessert Bombardier seine finanzielle Stabilität. Am 17. August hob die Ratingagentur Moody’s die Kreditwürdigkeit des Unternehmens von „Ba3“ auf „Ba2“ an und behielt den positiven Ausblick bei. Begründet wurde dieser Schritt mit der nachhaltigen operativen Leistung und einem konsequenten Schuldenabbau. Seit Jahresbeginn hat Bombardier Verbindlichkeiten in Höhe von etwa 1,1 Milliarden US-Dollar getilgt.
CFO Bart Demosky verwies zudem auf eine neue revolvierende Kreditfazilität im Volumen von 750 Millionen US-Dollar, welche ein bisheriges Instrument über 450 Millionen US-Dollar ersetzt. Durch diese Maßnahmen und die jüngsten Rückzahlungen konnte das Unternehmen sein Fälligkeitsprofil deutlich verlängern.
Den Angaben zufolge stehen nun bis November 2030 keine signifikanten Schuldenrückzahlungen mehr an. Für das Gesamtjahr 2026 hat das Unternehmen zudem seine Prognose für den freien Cashflow auf rund eine Milliarde US-Dollar angehoben.
Analysten und Marktreaktion
An der Börse war die Aktie am Montag unter Druck geraten und verzeichnete in einem dünnen Handelsumfeld einen Rückgang von rund 6,6 Prozent. Marktbeobachter werteten dies jedoch weniger als Reaktion auf fundamentale Daten, sondern vielmehr als Gewinnmitnahmen nach der starken Performance seit Jahresbeginn. In diesem Zeitraum hat das Papier deutlich zugelegt und weist aktuell ein Plus von 35 Prozent auf.
Analysten bewerten die Lage weiterhin konstruktiv. Die Royal Bank of Canada bekräftigte bereits Ende Juli ihre Einstufung mit „Outperform“ und nannte ein Kursziel von 406,00 CAD. Zacks Investment Research stufte den Wert am Freitag mit einem „Buy“-Rating ein, nachdem die Konsensschätzungen für die Jahresgewinne in den vergangenen drei Monaten um 23 Prozent nach oben korrigiert worden waren.
Zuletzt notierte die Aktie bei einem Schlusskurs von 315,65 CAD. Damit bewegt sich das Papier derzeit etwa 16 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch, das Ende Juli erreicht wurde. Während institutionelle Investoren wie Pacer Advisors zuletzt neue Positionen meldeten, veräußerte David Murray aus dem Management am 14. August 3.870 Aktien der Klasse B zu einem Durchschnittspreis von rund 350,00 CAD pro Aktie.
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