Box Aktie: Gewinnprognose runter, Umsatzziel rauf
Veröffentlicht am: 26.08.2026 um 08:11 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ein Quartal, zwei Signale: Box legt beim Umsatz und bei den Neubuchungen kräftig zu, kappt aber gleichzeitig die Prognose für den bereinigten Gewinn. Wer nur auf die Schlagzeile schaut, könnte das für einen Widerspruch halten. Der Blick in die Details zeigt: Es ist vor allem eine Frage der Aktienverwässerung und des Dollars.
Umsatz und Buchungen laufen rund
Im zweiten Geschäftsquartal, das am 31. Juli 2026 endete, steigerte der Cloud-Speicher-Anbieter den Umsatz um 9 Prozent auf 321,1 Millionen Dollar – währungsbereinigt sogar um 11 Prozent. Das lag über den Erwartungen der Analysten von rund 319 Millionen Dollar. Noch deutlicher fiel das Wachstum bei den Buchungen aus: Sie kletterten um 17 Prozent auf 309,5 Millionen Dollar, angetrieben von Rekord-Buchungen im zweiten Quartal.
Der Auftragsbestand (RPO) wuchs auf 1,7 Milliarden Dollar, ein Plus von 15 Prozent. Besonders der langfristige Teil legte mit 18 Prozent kräftig zu – ein Indiz für längere Vertragslaufzeiten und mehr Planungssicherheit für die kommenden Quartale.
Unter der Haube verbessern sich auch die Kundenkennzahlen. Die Nettoumsatzbindung stieg auf 106 Prozent, nach 103 Prozent vor einem Jahr. Inzwischen stammen 69 Prozent des Umsatzes aus Bundle-Angeboten wie Enterprise Advanced, das gezielt regulierte Branchen wie Finanzdienstleister und Behörden adressiert.
Warum die Gewinnprognose sinkt
Der GAAP-Gewinn kletterte auf 19,2 Millionen Dollar oder 9 Cent je Aktie, nach 13,4 Millionen Dollar im Vorjahr. Bereinigt lag der Gewinn bei 40 Cent je Aktie und traf damit die Erwartungen. Für das Gesamtjahr rechnet Box nun mit rund 1,54 Dollar bereinigtem Gewinn je Aktie – weniger als bisher in Aussicht gestellt.
Als Gründe nennt das Unternehmen Aktienverwässerung sowie Gegenwind durch Wechselkurse, der laut Management rund 80 Basispunkte der operativen Marge kostet. Die operative Non-GAAP-Marge lag im Quartal bei 29,4 Prozent, ein Plus von 90 Basispunkten trotz des Währungsdrucks.
Parallel zeigt sich Box beim Cash-Flow deutlich stärker: Der operative Cashflow stieg um 54 Prozent auf 70,8 Millionen Dollar, der freie Cashflow um 67 Prozent auf knapp 60 Millionen Dollar. Im Quartal kaufte das Unternehmen für 66,4 Millionen Dollar eigene Aktien zurück, rund 378 Millionen Dollar der genehmigten Rückkaufkapazität bleiben offen.
Für das Gesamtjahr hob Box die Umsatzprognose um 10 Millionen Dollar auf rund 1,29 Milliarden Dollar an, was einem Wachstum von 10 Prozent entspricht. Auf der jährlichen Hausmesse BoxWorks im November in San Francisco soll das Unternehmen nach eigener Ankündigung weitere Produktneuheiten rund um KI-Funktionen zeigen.
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