BP Aktie: Nordsee-RĂĽckzug eingeleitet
Veröffentlicht am: 31.07.2026 um 10:06 Uhr | Redaktion boerse-global.de
BP trennt sich von seinen Wurzeln. Der Konzern hat einen formellen Verkaufsprozess für sein Geschäft in der britischen Nordsee gestartet — jenem Gewässer, in dem der Ölmulti seine Förderaktivitäten vor Jahrzehnten aufbaute. Für CEO Meg O'Neill ist das nur ein weiterer Baustein einer Strategie, die den Konzern schlanker und fokussierter machen soll.
Fünf Förderzentren stehen zur Disposition
Zum Verkauf stehen fünf Förderzentren in der zentralen Nordsee und westlich der Shetlandinseln. Rund 1.100 Beschäftigte arbeiten dort. Die Fördermenge liegt bei unter 100.000 Barrel Öl- und Gasäquivalenten täglich — ein Bruchteil der weltweiten Konzernproduktion von etwa 2,2 Millionen Barrel pro Tag.
Ein Verkauf könnte laut Marktschätzungen rund 2 Milliarden Pfund einspielen, umgerechnet etwa 2,3 Milliarden Euro. Vorherige Gespräche mit dem Konkurrenten Ithaca Energy waren in diesem Jahr bereits gescheitert. Wer diesmal als Käufer infrage kommt, ließ BP offen.
O'Neill begründete den Schritt damit, dass sich das Portfolio auf die aussichtsreichsten Projekte konzentrieren solle. Das Nordsee-Geschäft sei als Teil eines anderen Unternehmens besser aufgehoben, ließ sie mitteilen. Die Konzernzentrale bleibt trotz des Rückzugs aus der operativen Nordsee-Förderung in Großbritannien.
Teil einer größeren Entschuldungsstrategie
Der Nordsee-Verkauf reiht sich in eine Serie von Transaktionen ein, mit denen BP sein Portfolio verschlankt und Schulden abbaut. Bereits verkauft oder angekündigt wurden unter anderem die Mehrheit am Schmierstoffhersteller Castrol sowie die Raffinerie in Gelsenkirchen. Insgesamt peilt der Konzern bis 2027 Vermögensverkäufe im Volumen von 20 Milliarden Dollar an.
Der Zeitpunkt ist kein Zufall: Während andere Öl- und Gaskonzerne wie Shell ihr Portfolio ebenfalls umbauen — etwa durch den Verkauf der BG-Cyprus-Einheit an MOL Group —, steht die gesamte Branche unter Druck, Kapital effizienter einzusetzen und sich auf margenstärkere Projekte zu konzentrieren.
Wie lange der Verkaufsprozess dauert und wer am Ende zum Zug kommt, ist offen. Fest steht, dass BP mit dem Schritt ein weiteres Stück seiner historischen Nordsee-Präsenz aufgibt, um das Ziel von 20 Milliarden Dollar an Portfoliobereinigungen bis 2027 näher zu bringen.
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