Branicks: Anleihe bis 31. Dezember verlÀngert
Veröffentlicht am: 28.08.2026 um 18:10 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die GlĂ€ubiger der 400-Millionen-Euro-Anleihe von Branicks haben grĂŒnes Licht gegeben: In einer Abstimmung ohne Versammlung zwischen dem 15. und 17. August votierte eine qualifizierte Mehrheit von mindestens 75 Prozent der Stimmen fĂŒr eine erneute VerlĂ€ngerung des Green Bonds 2,250 % 2021/2026. Die Laufzeit reicht damit zunĂ€chst bis zum 31. Dezember, mit einer Option auf VerlĂ€ngerung bis zum 31. MĂ€rz 2027. Als gemeinsamer Vertreter aller AnleiheglĂ€ubiger fungiert kĂŒnftig die MR Treuhand GmbH aus MĂŒnchen.
Der Beschluss hat unmittelbare praktische Bedeutung: Der gemeinsame Vertreter ist ermĂ€chtigt, auf KĂŒndigungsrechte zu verzichten und die eigentlich am 22. September fĂ€llige RĂŒckzahlung so lange auszusetzen, bis die geplante Restrukturierung vollzogen ist.
FĂŒr Branicks bedeutet das einen entscheidenden Zeitgewinn â die Gesellschaft muss nicht binnen Wochen liquide Mittel fĂŒr die Tilgung bereitstellen, sondern kann die laufenden Sanierungsschritte zu Ende bringen.
Finanzierungspaket steht auf mehreren SĂ€ulen
Die AnleiheverlÀngerung ist Teil eines umfassenderen Restrukturierungspakets, das Ende Juli mit Lock-Up-Vereinbarungen zwischen Branicks und einer Ad-hoc-Gruppe von Anleihe- und SchuldscheinglÀubigern besiegelt wurde.
Diese Vereinbarungen sicherten dem Unternehmen frisches Kapital von 35 Millionen Euro, wÀhrend die Schwestergesellschaft VIB Vermögen zusÀtzlich 60 Millionen Euro an neuer LiquiditÀt erhielt. Die Vereinbarungen wurden Ende Juli vollumfÀnglich wirksam.
Parallel dazu wurden Schuldscheindarlehen und Namensschuldverschreibungen mit einem Gesamtnennbetrag von 179,5 Millionen Euro neu strukturiert. Die FÀlligkeiten der besicherten Senior-Tranchen verteilen sich auf die Jahre 2026 bis 2030, wÀhrend nachrangige Instrumente erst 2038 fÀllig werden.
Die Verzinsung liegt bei 7,5 Prozent per annum fĂŒr die Senior-Secured-Tranchen und bei 15 Prozent fĂŒr die nachrangigen Instrumente â ein Zinsniveau, das die RisikoeinschĂ€tzung der GlĂ€ubiger gegenĂŒber dem angeschlagenen Immobilienkonzern widerspiegelt.
Bilanzveröffentlichung bleibt verschoben
Der geprĂŒfte Jahres- und Konzernabschluss 2025, ursprĂŒnglich fĂŒr den 27. Juli angekĂŒndigt, liegt weiterhin nicht vor. Bereits am 21. Juli hatte Branicks den Zeitplan mit Verweis auf die fortschreitenden Restrukturierungsverhandlungen angepasst.
Am gestrigen Mittwoch veröffentlichte das Unternehmen stattdessen die Quartalszahlen zum zweiten Quartal 2026. Bereits Anfang Juli waren Stillhaltevereinbarungen fĂŒr im MĂ€rz und April 2026 fĂ€llig gewordene Schuldscheindarlehen verlĂ€ngert worden â Branicks strebt dabei eine LaufzeitverlĂ€ngerung bis in die zweite JahreshĂ€lfte 2030 an.
Am Kapitalmarkt bleibt die Lage angespannt. Die Aktie notiert bei 0,7460 Euro und damit nur 2,8 Prozent ĂŒber ihrem 52-Wochen-Tief von 0,7260 Euro, das erst am Mittwoch markiert wurde. Seit Jahresbeginn hat das Papier 57 Prozent an Wert verloren, allein in den vergangenen 30 Tagen waren es 21 Prozent.
Die fortgesetzten Verhandlungen mit GlĂ€ubigern zeigen, dass Branicks operativ noch handlungsfĂ€hig ist â ob das fĂŒr eine nachhaltige Stabilisierung reicht, entscheidet sich erst mit dem noch ausstehenden Jahresabschluss.
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