Broadcom: ARK kauft 57.705 Aktien fĂŒr 20,5 Millionen
Veröffentlicht am: 27.08.2026 um 12:08 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Broadcom sorgt an zwei Fronten fĂŒr Schlagzeilen. Cathie Woods ARK Investment griff am Mittwoch, dem Tag der Nvidia-Quartalszahlen, krĂ€ftig zu: 57.705 Aktien fĂŒr rund 20,5 Millionen Dollar wanderten ins Portfolio, bei einem Schlusskurs von 355,59 Dollar. Gleichzeitig senkte RBC Capital das Rating auf "Sector Perform" mit einer Halteempfehlung â ein Kontrast, der die gespaltene Wahrnehmung des Chipherstellers derzeit gut abbildet.
ARK setzt auf Broadcom, verkauft AMD
Der Kauf war Teil einer gröĂeren Umschichtung im ARK-Portfolio. Neben Broadcom erwarb der Fondsmanager auch Aktien von Cerebras und Cloudflare, wĂ€hrend gleichzeitig 37.977 AMD-Aktien im Wert von etwa 18,3 Millionen Dollar abgestoĂen wurden.
Die Botschaft ist eindeutig: ARK setzt im Wettstreit um Custom-Chips fĂŒr kĂŒnstliche Intelligenz stĂ€rker auf Broadcom als auf AMD. Der nĂ€chste Belastungstest fĂŒr diese Wette steht bereits fest â Broadcom meldet seine Quartalszahlen am 2. September.
Der Optimismus rund um Broadcoms Custom-Silicon-GeschĂ€ft nĂ€hrt sich auch aus einem parallelen Thema: Der gemeinsam mit OpenAI entwickelte KI-Chip "Jalapeño" soll laut SemiAnalysis-Benchmarks bei der Inferenz-Effizienz besser abschneiden als Nvidias aktuelle Blackwell-Generation. Beim Test mit dem DeepSeek-R1-Modell erreichte der Chip demnach bis zu 700 Tokens pro Sekunde gegenĂŒber 169 bei der Vergleichslösung.
Die Entwicklung des Chips dauerte nach Angaben aus der Recherche neun Monate; eine Kleinserie ist fĂŒr Ende 2026 vorgesehen, die Massenproduktion soll 2027 folgen. Die Yole Group sieht darin eine Bedrohung fĂŒr Nvidias Inferenz-Margen, auch wenn Analysten betonen, dass daraus kein "Nvidia-Killer" wird.
RBC bremst trotz Wachstumsstory
Dem stehen skeptischere Töne gegenĂŒber. RBC Capital stufte die Aktie zurĂŒck und verweist auf negative technische Signale. Die Analysten des Hauses rechnen mit einem möglichen KursrĂŒckgang von rund 6,6 Prozent auf Sicht von drei Monaten, mit einer Bandbreite zwischen 318,81 und 422,05 Dollar bei 90-prozentiger Wahrscheinlichkeit. Am Mittwoch war die Aktie im US-Handel bereits leicht gefallen, von 356,74 auf 355,59 Dollar.
Im deutschen Handel notiert die Aktie aktuell bei 309,20 Euro, ein Plus von 1,3 Prozent gegenĂŒber dem gestrigen Schlusskurs von 305,25 Euro. Der Titel bleibt jedoch angeschlagen: Zum 50-Tage-Durchschnitt von 336,17 Euro fehlen acht Prozent, und vom 52-Wochen-Hoch bei 429,60 Euro trennen die Aktie derzeit 28 Prozent. Der RSI von 36,1 signalisiert eine ĂŒberverkaufte Marktlage, was die Diskrepanz zwischen ARKs Optimismus und RBCs Vorsicht zusĂ€tzlich unterstreicht.
Anleger vor wichtigem Termin
FĂŒr Anleger verdichtet sich damit ein Bild widersprĂŒchlicher Signale kurz vor den Quartalszahlen. WĂ€hrend technologiegetriebene Fondsmanager wie Cathie Wood auf die langfristige Position im KI-Chipmarkt setzen, mahnen etablierte AnalysehĂ€user zur Vorsicht bei der kurzfristigen Kursentwicklung.
Die Zahlen am 2. September dĂŒrften zeigen, welche EinschĂ€tzung nĂ€her an der RealitĂ€t liegt â insbesondere mit Blick auf das Custom-Chip-GeschĂ€ft, das zunehmend als Wachstumstreiber jenseits des klassischen HalbleitergeschĂ€fts gilt.
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