Bunge Global Aktie: Sojaverarbeitung trägt Quartal
Veröffentlicht am: 29.10.2026 um 19:17 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie Zahlen sehen auf den ersten Blick glänzend aus, doch der Blick ins Detail zeigt ein gemischtes Bild. Bunge hat im dritten Quartal vor allem dank starker Ölsaatenverarbeitung verdient, während Teile des Geschäfts schwächelten. Die Jahresprognose bleibt unverändert.
Verarbeitung als Gewinntreiber
Der Nettogewinn verdoppelte sich nahezu auf 318 Millionen Dollar, nach 166 Millionen im Vorjahresquartal. Je Aktie sind das 1,64 Dollar. Bereinigt lag der Gewinn bei 2,56 Dollar je Aktie, nach 2,27 Dollar vor einem Jahr.
Der Umsatz stieg um 7,4 Prozent auf 23,8 Milliarden Dollar. Das operative Ergebnis (EBIT) kletterte deutlich auf 667 Millionen Dollar, von 403 Millionen.
Den größten Beitrag lieferte Nordamerika mit stärkeren Verarbeitungsergebnissen. Auch die Sparten Sojabohnen und Softseeds überzeugten. CEO Greg Heckman verwies auf das erweiterte, enger vernetzte globale Netzwerk, das nach der Viterra-Übernahme entstanden ist. Nach Quartalsende nahm zudem eine neue Ölsaatenverarbeitungslinie im US-Bundesstaat Louisiana den Betrieb auf, ein Gemeinschaftsprojekt mit Chevron.
Schwächen im Detail
Nicht überall lief es rund. Die Sparte Tropische Öle und Spezialzutaten lag unter Vorjahr. Handelsstörungen belasteten die Margen, hinzu kamen Anlaufkosten für neue Anlagen bei Palmöl und Sojaprotein.
Im Getreidehandel fielen Seefracht, Zucker und Weizenmüllerei schwächer aus. Sie neutralisierten die besseren Ergebnisse im Getreidehandel. Außerdem belastete der geplante Verkauf zweier Zuckerrohrmühlen in Brasilien mit 82 Millionen Dollar an Sonderaufwendungen, überwiegend Wertberichtigungen.
Auffällig ist der Cashflow. In den ersten neun Monaten flossen 2,3 Milliarden Dollar aus dem operativen Geschäft ab, nach 503 Millionen im Vorjahr. Ursache sind vor allem Veränderungen im Working Capital. Der bereinigte Mittelzufluss aus dem operativen Geschäft stieg dagegen auf 2,0 Milliarden Dollar.
Prognose bleibt stehen
Bunge bestätigt das bereinigte Gewinnziel für 2026 von 9,25 bis 9,75 Dollar je Aktie. Im Vorjahr waren es 7,57 Dollar. Intern verschieben sich die Gewichte: Die Erwartungen für Sojaverarbeitung sinken leicht, für Tropische Öle fallen sie niedriger aus. Der Getreidehandel soll dagegen besser abschneiden als zuvor gedacht.
Die Investitionen sollen am oberen Ende der Spanne von 1,5 bis 1,7 Milliarden Dollar liegen. Die Nettozinsaufwendungen erwartet das Unternehmen nun bei 640 bis 670 Millionen Dollar, leicht höher als bisher. Die erwartete Steuerquote grenzt Bunge auf 23 bis 25 Prozent ein.
Damit liegt der Fokus bis Jahresende auf der Frage, ob der Getreidehandel die Schwäche bei Tropischen Ölen ausgleichen kann. Die Prognosespanne lässt dafür Spielraum.
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