Cadeler Aktie: Gewinn verdoppelt sich
Veröffentlicht am: 25.08.2026 um 15:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Cadeler hat am Dienstag Zahlen vorgelegt, die den Kurs vorbörslich um mehr als acht Prozent nach oben trieben. Der dänische Offshore-Wind-Installateur meldete für das erste Halbjahr 2026 einen mehr als verdoppelten Umsatz und ein ebenso deutlich gestiegenes EBITDA — und untermauerte damit, dass die milliardenschweren Flottenausbauten der vergangenen Jahre nun Wirkung zeigen.
Zahlen deutlich über Vorjahr
Der Umsatz für die ersten sechs Monate 2026 kletterte auf 408 Millionen Euro, ein Plus von 220 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahreszeitraum — bereinigt um eine einmalige Abstandszahlung von 111 Millionen Euro, die 2025 die Vergleichsbasis verzerrt hatte. Das EBITDA verdoppelte sich auf 208 Millionen Euro, der Periodengewinn stieg um 54 Prozent auf 88 Millionen Euro.
Allein im zweiten Quartal lag der Umsatz bei 282,8 Millionen Euro, ein Anstieg von 432 Prozent auf bereinigter Basis. Zehn Schiffe waren im Einsatz, drei mehr als im Vorjahresquartal. Die Auslastung der Flotte zog im Jahresverlauf spürbar an — von 48 Prozent im ersten Quartal auf 85 Prozent im zweiten, nachdem mehrere neu ausgelieferte Schiffe ihre Mobilisierungsphase abgeschlossen hatten.
Der Auftragsbestand erreichte 2,5 Milliarden Euro, ein Plus von 23 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das Management bestätigte die Jahresprognose unverändert: Umsatz zwischen 854 und 944 Millionen Euro, EBITDA zwischen 420 und 510 Millionen Euro — allerdings ohne die kürzlich übernommene Menck-Sparte, deren Effekt erst noch quantifiziert wird.
Menck-Übernahme und neue Schiffe als Wachstumstreiber
Kurz nach Ende des Berichtszeitraums hat Cadeler die Übernahme von Menck abgeschlossen, einem Anbieter von Hydraulikhämmern und Ausrüstung für die Fundamentinstallation, für rund 500 Millionen Euro.
CEO Mikkel Gleerup begründete den Schritt damit, dass die Kombination aus Installationsschiff und Rammausrüstung eine Risikoschnittstelle für Kunden eliminiere — ein Argument, das laut Unternehmen bereits bei Wettbewerbern auf Interesse stößt, die selbst Zugang zu Menck-Equipment nachfragen.
Parallel dazu bestellte Cadeler zwei neue T-Class-Schiffe zur Lieferung 2030 und 2031 und beschleunigte die Auslieferung der bestehenden A-Class-Neubauten: Wind Ace kam im Juli vorzeitig, Wind Apex wird nun bereits für das zweite Quartal 2027 statt später erwartet.
Die Finanzierung der Menck-Übernahme erfolgte über eine Brückenfinanzierung von 380 Millionen Euro, ohne dass eine Kapitalerhöhung nötig wurde — das Eigenkapital liegt bei 1,8 Milliarden Euro, gestützt durch eine Kapitalerhöhung im März.
Cadeler verwies zudem auf ein starkes Marktumfeld: Die 2026 vergebenen Offshore-Wind-Projekte übertreffen bereits jetzt das gesamte Vorjahresvolumen auf Gigawatt-Basis. Das Management sieht die Nachfrage nach effizienten Installationsschiffen strukturell ungedeckt, da alternde Flotten in den kommenden Jahren aus dem Markt ausscheiden dürften.
Für das dritte und vierte Quartal erwartet Cadeler eine ähnlich hohe Auslastung wie im zweiten Quartal, ohne erkennbaren Rückgang. Die laufende Fundamentkampagne beim Hornsea-3-Projekt von Ørsted — nach Fertigstellung der größte Offshore-Windpark der Welt — bleibt dabei der zentrale Prüfstein für die neue Sparte der integrierten Fundamentinstallation.
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