Cameco Aktie: McArthur-River-Kapitalkosten mehr als verdoppelt
Veröffentlicht am: 05.11.2026 um 02:58 Uhr | Redaktion boerse-global.deCamecos aktualisierter technischer Bericht zu McArthur River rückt den künftigen Kapitalbedarf der Uranmine in den Mittelpunkt. Der gestern eingereichte Bericht beziffert Camecos verbleibende Minenkapitalkosten auf 1,47 Milliarden C$. Die Schätzung von 2018 hatte noch bei 658 Millionen C$ gelegen. Für Anleger zählt damit nicht allein die verfügbare Uranmenge, sondern auch der Aufwand für deren Förderung.
Kapitalbedarf und Betriebskosten steigen
Auch bei den laufenden Kosten liegen die Annahmen deutlich höher. Für das Gemeinschaftsunternehmen McArthur River veranschlagt der Bericht über die Minenlaufzeit durchschnittliche Betriebskosten von 24,03 C$ je Pfund. Im Bericht von 2018 waren es 14,97 C$ je Pfund.
Die beiden Kostenpositionen betreffen unterschiedliche Ebenen: Die verbleibenden Kapitalkosten beziehen sich auf Camecos Anteil, die Betriebskosten auf das Gemeinschaftsunternehmen. Sie lassen sich deshalb nicht unmittelbar zusammenrechnen. Gemeinsam zeigen sie aber, dass die langfristige Wirtschaftlichkeit unter anspruchsvolleren Kostenannahmen bewertet wird.
Der Bericht weist einen Vorsteuer-Kapitalwert von 5,86 Milliarden C$ bei einem Diskontsatz von 8% aus. Die Berechnung berücksichtigt Netto-Cashflows ab dem 1. Januar 2026.
Dieser Modellwert ist kein garantierter Mittelzufluss. Für seine Einordnung sind gerade die geschätzten Investitionen, die Betriebskosten und die Umsetzung des Produktionsplans entscheidend. Die höheren Kostenansätze stehen somit einer weiterhin positiven wirtschaftlichen Bewertung gegenüber.
Produktionsplan verlangt weitere Umsetzung
Der Minenplan sieht bis 2030 eine durchschnittliche Jahresproduktion von 22 Millionen Pfund Uranoxid vor. Die geschätzte Minenlaufzeit beträgt rund 17 Jahre.
Diese Perspektive reicht weit über die jüngsten Quartalsprobleme hinaus. Sie setzt allerdings voraus, dass Erschließung und technische Arbeiten wie geplant vorankommen. Anleger sollten deshalb zwischen dem langfristigen Förderpotenzial und der tatsächlich verfügbaren Produktion unterscheiden.
Die Modernisierungen in Key Lake sollen bis 2027 schrittweise abgeschlossen werden. Für Zone 4 South ist der Produktionsbeginn Ende 2029 vorgesehen.
Zusätzliche Unsicherheit steckt in den Annahmen zur Rückgewinnung aus den Reserven. Der Bericht bezeichnet diese für zwei Abbauverfahren als möglicherweise zu hoch. Vor dem nächsten Minenplan sollen sie überprüft werden. Das ist ein Vorbehalt, keine bereits feststehende Korrektur.
Langfristiger Wert trifft operative Belastung
Wie relevant die technische Verfügbarkeit ist, zeigte bereits das jüngste Quartal: Verlängerte Wartungsarbeiten in Key Lake belasteten die Produktion und erhöhten die Kosten. Cameco hatte die Jahresprognose für die Uranproduktion deshalb bereits vor gut einer Woche eingegrenzt.
Im dritten Quartal 2026 sank die Uranproduktion gegenüber dem Vorjahr um 20% auf 3,5 Millionen Pfund.
Der neue Bericht liefert damit vor allem einen Maßstab für die langfristige Bewertung. McArthur River bietet eine mehrjährige Produktionsperspektive und einen positiven modellierten Kapitalwert.
Zugleich verlangen höhere Kostenansätze und überprüfungsbedürftige Rückgewinnungsannahmen eine vorsichtige Einordnung. Entscheidend wird, ob Cameco die geplanten Modernisierungen und Erschließungsschritte umsetzt und das Förderpotenzial wirtschaftlich erschließt.
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