Capricor: Sammelklagen bis 28. September
Veröffentlicht am: 13.08.2026 um 18:25 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Nach den massiven Kursverlusten der vergangenen Wochen sieht sich das Biotechnologie-Unternehmen Capricor Therapeutics einer wachsenden Zahl von Sammelklagen gegenüber.
Mehrere Anwaltskanzleien rufen Investoren derzeit dazu auf, sich den juristischen Schritten anzuschließen, bevor am 28. September 2026 die Frist für die Ernennung eines Hauptklägers abläuft. Im Zentrum der Vorwürfe stehen mutmaßlich irreführende Angaben zur Entwicklung des Hoffnungsträgers Deramiocel.
Frist für Investoren läuft am 28. September ab
Die rechtlichen Auseinandersetzungen beziehen sich auf den Zeitraum zwischen dem 17. Dezember 2025 und dem 26. Juli 2026. Kanzleien wie Kaplan Fox sowie Bragar Eagel & Squire werfen dem Unternehmen vor, die Aktionäre über den tatsächlichen Stand der Abstimmung mit der US-Gesundheitsbehörde FDA getäuscht zu haben.
Konkret geht es um Änderungen am statistischen Analyseplan (SAP) für das Medikament Deramiocel, die laut Klageschrift nicht vorab mit der Behörde abgestimmt worden waren.
Die Unregelmäßigkeiten wurden am 27. Juli öffentlich, als FDA-Briefing-Unterlagen zeigten, dass die Behörde diese Änderungen als nachträglich („post-hoc“) eingestuft und die Wirksamkeit im Rahmen der HOPE-3-Studie infrage gestellt hatte.
In der Folge brach der Aktienkurs am selben Tag um 64 Prozent auf 7,00 US-Dollar ein. Für Anleger, die während des genannten Zeitraums Anteile erworben haben, rückt nun der Stichtag Ende September in den Fokus, um Ansprüche geltend zu machen.
Regulatorische Rückschläge belasten Aktienkurs
Die Situation für das Unternehmen verschärfte sich kurz nach Veröffentlichung der FDA-Dokumente weiter. Ein Beratungsausschuss der Behörde stimmte Ende Juli mit einer deutlichen Mehrheit von 9 zu 3 Stimmen gegen die Wirksamkeit des Präparats. Dieser negative Bescheid wog besonders schwer, da die Aktie noch im Dezember 2025 nach der Präsentation positiver Daten um 370 Prozent gestiegen war.
Die Kläger werfen dem Management nun vor, die Risiken einer Ablehnung und den tatsächlichen Status der regulatorischen Gespräche verschleiert zu haben.
An der Börse hat das Vertrauen der Anleger durch diese Ereignisse massiven Schaden genommen. Der aktuelle Kurs von 3,78 € spiegelt die Skepsis des Marktes wider; seit Jahresbeginn verzeichnet das Papier ein Minus von 85 %. Damit notiert der Wert derzeit 88 % unter seinem 52-Wochen-Hoch von 32,50 €, das noch im April erreicht wurde.
Während das Unternehmen weiterhin an Präsentationen für Investorenkonferenzen arbeitet und die Phase-3-Daten von HOPE-3 verteidigt, bleibt die juristische Aufarbeitung der SAP-Änderungen das bestimmende Thema für die kurzfristige Entwicklung. Die Marktkapitalisierung beläuft sich nach den jüngsten Abverkäufen auf umgerechnet 197,12 Millionen €.
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