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Carrier Global Corp Aktie: Rechenzentren treiben Auftragsbuch

Veröffentlicht am: 29.10.2026 um 19:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Carrier meldet höhere UmsÀtze und bereinigte Gewinne, wÀhrend eine Firmenwertabschreibung einen Nettoverlust von 2,593 Milliarden Dollar verursacht.
Moderne ServerrĂ€ume in einem Rechenzentrum mit leuchtenden ServerschrĂ€nken als Symbol fĂŒr digitale Infrastruktur Illustration mit AI erstellt.

Rechenzentren machen aus einem Klimatechnik-Konzern einen Wachstumswert. Carrier Global meldet fĂŒr das dritte Quartal ein um rund 300 Prozent höheres Auftragsvolumen in diesem Segment. Der Auftragsbestand erreicht mit ĂŒber 8,5 Milliarden Dollar einen Rekord. Unter dem Strich steht trotzdem ein hoher Verlust.

Milliardenabschreibung ĂŒberlagert starkes GeschĂ€ft

Der Konzern verbuchte einen Nettoverlust von 2,593 Milliarden Dollar, nach einem Gewinn von 407 Millionen im Vorjahresquartal. Ursache ist eine nicht zahlungswirksame Wertberichtigung auf den Firmenwert von 3,1 Milliarden Dollar. Sie betrifft die Einheit Climate Solutions Europe.

Operativ lief es deutlich besser. Der Umsatz stieg um 12 Prozent auf 6,263 Milliarden Dollar, organisch waren es 15 Prozent. Der bereinigte Gewinn je Aktie legte auf 0,87 Dollar zu, Analysten hatten im Schnitt mit 0,77 Dollar gerechnet. Die bereinigte operative Marge verbesserte sich um 260 Basispunkte auf 17,4 Prozent.

Zu beachten: Rund 130 Millionen Dollar operativer Ertrag stammen aus RĂŒckerstattungen von IEEPA-Zöllen. Allein im bereinigten Ergebnis je Aktie macht das etwa 0,10 Dollar aus.

Amerika zieht, Transport bremst

Das Wachstum kommt vor allem aus Nordamerika. Das Segment Climate Solutions Americas steigerte den Umsatz um 24 Prozent, Wohnbereich und Gewerbe legten jeweils krÀftig zu. Der Auftragseingang im kommerziellen KlimageschÀft stieg um etwa 60 Prozent.

In Europa wuchs der Umsatz organisch um 12 Prozent, getragen von WĂ€rmepumpen und Klimaanlagen mit jeweils rund 35 Prozent Plus. VerkĂ€ufe von Riello und NORESCO drĂŒckten den ausgewiesenen Zuwachs. Die Transportsparte schrumpfte dagegen um 3 Prozent, weil Lkw und Auflieger das wachsende ContainergeschĂ€ft ĂŒberkompensierten.

Der freie Cashflow stieg auf 674 Millionen Dollar, nach 224 Millionen vor einem Jahr. Rund 600 Millionen Dollar flossen ĂŒber Dividenden und RĂŒckkĂ€ufe an die AktionĂ€re.

Prognose: Umsatz rauf, Ergebnis je Aktie leicht tiefer

Carrier hebt die Umsatzprognose fĂŒr 2026 auf 23,8 bis 24,0 Milliarden Dollar an, zuvor waren es etwa 23 Milliarden. Organisch erwartet das Management jetzt rund 10 Prozent Wachstum. Das Ziel fĂŒr den bereinigten operativen Gewinn bleibt bei etwa 3,5 Milliarden Dollar.

Beim bereinigten Ergebnis je Aktie liegt die Spanne bei 2,85 bis 2,90 Dollar, vorher waren es rund 2,90 Dollar. Die Mitte liegt damit knapp unter dem Analystenkonsens von 2,88 Dollar. Die Aktie legte nach den Zahlen zeitweise um gut 4 Prozent zu, nachdem sie am Vortag bei 56,27 Dollar geschlossen hatte.

Konzernchef David Gitlin verweist auf langfristige LiefervertrĂ€ge mit Mindestabnahmemengen, die den Bestand zusĂ€tzlich stĂŒtzen sollen. FĂŒr 2026 stellt er zweistelliges organisches Umsatz- und Gewinnwachstum je Aktie in Aussicht, und der Rekordbestand gebe Zuversicht fĂŒr 2027. Rund 2,3 Milliarden Dollar sollen im laufenden Jahr ĂŒber Dividenden und RĂŒckkĂ€ufe an die AktionĂ€re zurĂŒckfließen.

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