Cellectis, Aktie

Cellectis Aktie: 15-Prozent-Sturz auf 1,41 Euro

Veröffentlicht am: 15.09.2026 um 10:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Cellectis beendet eigene CAR-T-Entwicklung und setzt auf Gen-Editierung. Erste Studiendaten der neuen Programme sind erst ab 2027 geplant.

Cellectis-Aktie fällt nach Wechsel zur In-vivo-Gen-Editierung
Abstrakte Darstellung eines fallenden Aktienmarktes im Biotech-Sektor mit dramatischer Beleuchtung. Illustration mit AI erstellt.

Ein radikaler Kurswechsel in der Forschungsstrategie hat die Aktie von Cellectis am heutigen Dienstag auf Talfahrt geschickt. Das Papier verliert 15 Prozent an Wert und fällt auf 1,41 Euro.

Auslöser des deutlichen Kursrückgangs ist die gestern vorgestellte Neuausrichtung des Unternehmens: Cellectis zieht sich aus der eigenständigen Entwicklung fortgeschrittener klinischer Zelltherapien zurück und konzentriert sich künftig auf die In-vivo-Gen-Editierung.

Abschied von klinischen Krebstherapien

Der Verwaltungsrat hatte die Umstrukturierung am vergangenen Freitag genehmigt. Künftig will sich Cellectis auf langanhaltende Behandlungsansätze für chronische Erkrankungen fokussieren. Gleichzeitig beendet das Unternehmen die eigene Weiterentwicklung der beiden klinischen CAR-T-Kandidaten lasme-cel und eti-cel. Als Begründung nannte Cellectis ein grundlegend verändertes kommerzielles und klinisches Umfeld bei der Bekämpfung von Blutkrebs.

Für die beiden gestoppten Wirkstoffkandidaten sollen nun strategische Partnerschaften gesucht werden, um deren wirtschaftlichen Wert zu sichern. Bestehende Kooperationen im Bereich der Zelltherapie – darunter Partnerschaften mit AstraZeneca, Allogene, Servier und Iovance – will das Unternehmen unverändert unterstützen und fortführen.

Langer Weg bis zu neuen Studiendaten

Im Mittelpunkt der künftigen Forschungsarbeit stehen zwei In-vivo-Leitprogramme zur Behandlung schwerer Fettstoffwechselstörungen. Dieser Strategiewechsel verlängert die Entwicklungszeit bis zu einer möglichen Marktreife erheblich: Cellectis gibt Therapien auf, die sich bereits in der klinischen Prüfung befanden, und widmet sich stattdessen Programmen, die bislang noch nicht am Menschen getestet wurden.

Erste vorläufige Daten aus Phase-1-Studien zu den beiden Vorhaben plant das Unternehmen erst für die zweite Jahreshälfte 2027 sowie die erste Jahreshälfte 2028 ein. Durch die Neuordnung der Ressourcen und den Verzicht auf eigene Spätphasenstudien soll die Liquidität nach Unternehmensangaben bis in das zweite Halbjahr 2028 reichen.

Analysten stufen die Aktie ab

Die weite zeitliche Verschiebung künftiger Meilensteine sorgte auch am Markt für Ernüchterung. Am heutigen Dienstag senkte das Analysehaus Citizens die Einstufung für die Cellectis-Aktie von „Market Outperform“ auf „Market Perform“.

Analyst Silvan Tuerkcan begründete die Herabstufung mit der Abkehr von der allogenen Zelltherapie. Die wesentlichen klinischen Katalysatoren seien nun weit in die Jahre 2027 und 2028 verschoben. Zudem dürften frühe Biomarker-Daten nach Einschätzung des Experten kaum ausreichen, um die Entwicklungsrisiken der neuen Pipeline frühzeitig spürbar zu verringern.

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