Centrus Energy Aktie: Zukauf bei Zulieferer Westerman
Veröffentlicht am: 19.10.2026 um 15:11 Uhr | Redaktion boerse-global.deCentrus Energy holt einen seiner wichtigsten Zulieferer ins Haus. Der Nuklearbrennstoff-Anbieter hat Westerman Holdings übernommen, einen Hersteller von Zentrifugengehäusen und weiteren Kernkomponenten. Die Aktie legte vorbörslich um rund vier Prozent zu.
Kaufpreis und Finanzierung
Der Kaufpreis liegt bei rund 116 Millionen Dollar. Centrus zahlt etwa 95 Millionen Dollar aus der Kasse und begleicht den Rest von 21 Millionen Dollar mit Eigenkapital. Die Transaktion ist laut Unternehmen abgeschlossen. Sie soll im ersten Jahr nach dem Closing den bereinigten Gewinn je Aktie steigern.
Westerman bleibt als Tochtergesellschaft unter eigenem Namen bestehen. Der bisherige Westerman-Chef Jacob Garrett wird Präsident der Tochter und zugleich Vice President bei Centrus.
Warum der Zukauf strategisch passt
Hintergrund ist der geplante Ausbau der Urananreicherung, den Centrus als milliardenschweres Projekt beziffert. Zentrifugen sind dafür das Herzstück, und Westerman liefert bereits Gehäuse und andere Großkomponenten. Die Eingliederung soll diese Lieferkette absichern. Zudem erwartet das Management niedrigere Projektkosten und mehr Effizienz durch die integrierte Fertigung.
Konzernchef Amir Vexler spricht davon, die Lieferkette für den Ausbau zu sichern und zugleich die Kundenbasis zu erweitern. Westerman bringt Erfahrung aus der Industrie mit: Das 1909 gegründete Unternehmen beschäftigt rund 400 Mitarbeiter an vier Standorten in Ohio, Oklahoma und Wyoming. Es fertigt Ausrüstung für die Öl- und Gasförderung, technische Industrieanlagen und nukleartaugliche Produkte wie UF6-Behälter.
Damit öffnet sich für Centrus ein Geschäft jenseits der Kernenergie. Die Einnahmen aus dem Öl- und Gassektor und anderen Industrien könnten die Abhängigkeit vom Nuklearmarkt mindern.
Rückenwind aus Washington und vom Markt
Parallel stützt der Auftragsbestand die Stimmung. Ein Vertrag des US-Energieministeriums über 900 Millionen Dollar für hochangereichertes Uran erhöht die Planungssicherheit. Guggenheim hatte am 8. Oktober die Bewertung mit "Buy" und einem Kursziel von 167 Dollar aufgenommen.
Auch das Marktumfeld half. Nach der technologielastigen Verkaufswelle der Vorwoche zogen die US-Indizes vorbörslich an. Die Aktie hatte den Handel am Freitag bei 114,94 Dollar beendet, ein Minus von 9,5 Prozent.
Ob die Integration die versprochenen Kostenvorteile bringt, lässt sich frühestens in den kommenden Quartalen an den Projektkosten des Anreicherungsausbaus in Piketon und Oak Ridge ablesen. Der angekündigte Ergebnisbeitrag soll innerhalb des ersten Jahres nach Abschluss sichtbar werden.
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