ChargePoint Holdings Aktie: Margen-Rekord zündet Rally
Veröffentlicht am: 03.09.2026 um 00:05 Uhr | Redaktion boerse-global.de
ChargePoint hat im zweiten Fiskalquartal geliefert, was Anleger lange vermisst hatten: echte operative Fortschritte statt bloßer Wachstumsversprechen.
Die Aktie schoss nach Vorlage der Zahlen am Mittwoch nachbörslich um rund 18 Prozent nach oben und erreichte gut 6,10 Dollar, nachdem der reguläre Handel noch mit einem Minus von 2,08 Prozent bei 5,19 Dollar geschlossen hatte. Kein Wunder, dass Investoren nervös auf die Kombination aus Umsatzsprung und schrumpfenden Verlusten reagierten.
Umsatz und Marge übertreffen Erwartungen deutlich
Der Ladeinfrastruktur-Anbieter setzte im Quartal 116 Millionen Dollar um, ein Plus von 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr und bereits das vierte Quartal in Folge mit Wachstum. Analysten hatten im Schnitt nur mit rund 105 Millionen Dollar gerechnet. Der bereinigte Verlust je Aktie lag bei 1,35 Dollar und fiel damit deutlich geringer aus als die erwarteten 1,60 Dollar Verlust.
Besonders auffällig: die Bruttomarge kletterte auf einen Rekordwert von 38 Prozent, bereinigt um einmalige Zollrückerstattungen von etwa 4,2 Millionen Dollar lag sie bei 35 Prozent. Das operative Kostenmanagement zeigt ebenfalls Wirkung — die Non-GAAP-Betriebskosten sanken um 11 Prozent im Jahresvergleich auf 52 Millionen Dollar. Der bereinigte EBITDA-Verlust schrumpfte von 19 Millionen Dollar im Vorquartal auf nur noch 5 Millionen Dollar.
Cash-Burn nahe null, Inventar sinkt
ChargePoint hielt die Barmittel bei rund 96 Millionen Dollar stabil und erreichte laut eigener Darstellung praktisch keinen Cash-Verbrauch mehr im Quartal. Möglich wurde das vor allem durch den Abbau der Lagerbestände, die von 204 auf 179 Millionen Dollar zurückgingen. Das Unternehmen sieht sich damit auf einem Weg zu positivem EBITDA und möglicherweise zur Cash-Flow-Neutralität im weiteren Jahresverlauf.
Als künftigen Wachstumstreiber positioniert ChargePoint die neue Schnellladeplattform Express Solo. Erste Einheiten würden bereits ausgeliefert, die Serienproduktion soll im vierten Fiskalquartal anlaufen. Bei einer Demonstration habe das System ein Fahrzeug in elf Minuten von 10 auf 80 Prozent Ladestand gebracht.
Ausblick bleibt vorsichtig
Für das dritte Fiskalquartal rechnet das Management mit einem Umsatz zwischen 105 und 115 Millionen Dollar — ohne den einmaligen Schub durch Heimladegeräte-Verkäufe in Nordamerika, der Q2 begünstigt hatte. Die Bruttomarge soll sich auf dem normalisierten Niveau von rund 35 Prozent einpendeln, die Betriebskosten weiterhin unter 50 Millionen Dollar pro Quartal bleiben.
Trotz der starken Reaktion bleibt die Aktie weit von ihrem 52-Wochen-Hoch von 12,61 Dollar entfernt. Ob sich der Nachbörsen-Sprung im regulären Handel bestätigt, dürfte maßgeblich davon abhängen, wie belastbar die Margen ohne die auslaufenden Zolleffekte tatsächlich sind.
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