China, Molybdenum

China Molybdenum: 131,5 Millionen für CATL-Deal

Veröffentlicht am: 05.08.2026 um 10:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

China Molybdenum schließt bis 2028 laufende Liefervereinbarung mit CATL ab. Der Aktienkurs steigt deutlich, während Uran-Vorwürfe und Streikdrohungen die Lage trüben.

CMOC-Aktie springt dank CATL-Deal: Kooperation bis 2028 besiegelt
Abstrakte Darstellung von industriellen Erzen und Rohstoffen in einer professionellen, stimmungsvollen Studioumgebung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der chinesische Bergbaukonzern China Molybdenum (CMOC) hat am heutigen Mittwoch einen deutlichen Kurssprung verzeichnet. Neben einer freundlichen Tendenz an den heimischen Börsenplätzen stützte vor allem die Bekanntgabe einer erweiterten strategischen Kooperation mit dem weltweit führenden Batteriezellenhersteller CATL die Stimmung der Anleger. Der Konzern festigt damit seine Rolle als zentraler Rohstofflieferant für die globale Elektromobilität.

Strategische Kooperation mit CATL bis 2028

Im Mittelpunkt des Interesses steht eine Vereinbarung zwischen CMOC und CATL für den Zeitraum von 2026 bis 2028. Wie Branchendienste berichten, umfasst die Kooperation ein erhebliches Handelsvolumen: CMOC plant demnach, Waren im Wert von bis zu etwa 51 Millionen US-Dollar von CATL zu beziehen. Im Gegenzug wird der Bergbaukonzern Rohstoffe und Produkte im Wert von bis zu 131,5 Millionen US-Dollar an den Batterieriesen veräußern.

Diese Partnerschaft ist für beide Seiten von strategischer Bedeutung. CATL kontrolliert rund 40 Prozent des weltweiten Marktes für Elektroauto-Batterien und etwa 30 Prozent des Marktes für stationäre Energiespeichersysteme. Für China Molybdenum sichert der Vertrag langfristige Abnahmemengen in einem Marktumfeld, das zuletzt von volatilen Rohstoffpreisen geprägt war. Insbesondere die Preise für Lithiumcarbonat in Batteriequalität standen unter Druck und fielen am Montag auf ein Niveau zwischen 135.400 und 138.500 Yuan pro Tonne.

Kursplus und Marktposition

Die Aktie reagierte im heutigen Handel mit einem deutlichen Zuwachs von 7,60 Prozent und notiert aktuell bei 2,08 Euro. Damit setzt sich das Papier weiter von seinem 50-Tage-Durchschnitt ab, der bei 1,89 Euro liegt. Auch an der Börse in Shanghai legte der Wert deutlich zu. Medienberichten zufolge profitierten davon auch institutionelle Investoren: Fondsgesellschaften wie Zhongxin Jiantou und Chunhou halten signifikante Positionen an dem Unternehmen und verzeichneten am heutigen Mittwoch entsprechende Buchgewinne.

Trotz der kurzfristigen Erholung bleibt das Marktumfeld für Kobaltproduzenten komplex. China raffinierte im vergangenen Jahr etwa 80 Prozent des weltweiten Kobalts, wobei fast 95 Prozent der Exporte aus der Demokratischen Republik Kongo in die Volksrepublik flossen. CMOC nimmt hierbei durch seine Beteiligungen an großen Minenprojekten eine Schlüsselrolle ein.

Kontroverse um Uran-Rückstände im Kongo

Überschattet wird die operative Expansion von Vorwürfen bezüglich der Mine Tenke Fungurume in der Demokratischen Republik Kongo. Eine in der Fachzeitschrift „Nature Communications“ veröffentlichte Studie sowie Berichte von Lighthouse Reports legen nahe, dass Kobaltexporte aus dem zentralafrikanischen Land zwischen 2000 und 2024 erhebliche Mengen an Uran enthalten haben könnten, die nicht deklariert wurden. Die Schätzungen belaufen sich auf 2.000 bis 5.000 Tonnen Uran.

China Molybdenum hat diese Vorwürfe entschieden zurückgewiesen. Der Streitpunkt liegt offenbar in der Definition von Grenzwerten für die Urankonzentration. Während die Studie von erhöhten Werten in bestimmten Zeiträumen spricht, betont CMOC die Einhaltung geltender Standards. Interne Dokumente sollen laut Medienberichten punktuelle Konzentrationen von bis zu 1.100 ppm Uran im Dezember 2016 gezeigt haben, was über den üblichen Schwellenwerten läge.

Arbeitskonflikte in Brasilien

Zusätzliche Aufmerksamkeit erregte zuletzt die Lage am brasilianischen Standort Mina Boa Vista. Dort droht die Gewerkschaft Metabase mit Streikmaßnahmen gegen den Dienstleister Manserv, der für CMOC Brasil tätig ist. Hintergrund sind Unstimmigkeiten über Zuzahlungen zur Krankenversicherung, die zu Lohnabzügen bei den Arbeitnehmern geführt haben sollen. Die Gewerkschaft hat eine Frist von 72 Stunden gesetzt, um eine Lösung herbeizuführen. CMOC wurde über den drohenden Arbeitskampf informiert, der die Produktion am Standort beeinträchtigen könnte.

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