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Companhia SiderĂșrgica Nacional: 8,88-Prozent-Crash auf 4,41 BRL

Veröffentlicht am: 03.08.2026 um 16:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die Herabstufung durch Fitch und LiquiditÀtsÀngste lassen die CSN-Aktie auf den tiefsten Stand seit 2016 fallen. Der Konzern plant VerkÀufe, um die Schuldenlast zu reduzieren.

CSN-Aktie stĂŒrzt auf Tiefstand: Fitch-Urteil und LiquiditĂ€tssorgen belasten
Abstrakte Darstellung einer modernen Stahlfabrik in der AbenddĂ€mmerung mit industrieller Beleuchtung. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Die Papiere der Companhia SiderĂșrgica Nacional (CSN) erlebten am heutigen Montag einen massiven Kurssturz und fielen auf den tiefsten Stand seit dem Jahr 2016. In einem schwierigen Marktumfeld verlor die Aktie heute deutliche -8,88 % an Wert und notiert aktuell bei 4,41 BRL. Damit summiert sich der Wertverlust seit Jahresbeginn auf einen RĂŒckgang von -50,67 %. Auslöser fĂŒr den jĂŒngsten AbwĂ€rtsdruck ist eine Herabstufung der KreditwĂŒrdigkeit durch die Ratingagentur Fitch sowie zunehmende Sorgen um die LiquiditĂ€t des brasilianischen Stahl- und Bergbaukonzerns.

Fitch senkt Rating auf CCC+ aufgrund hoher Verschuldung

Die Analysten von Fitch haben das Kreditrating von CSN am vergangenen Freitag von „B“ auf „CCC+“ gesenkt und den Ausblick auf „negativ“ belassen. BegrĂŒndet wurde dieser Schritt mit einer geschwĂ€chten finanziellen FlexibilitĂ€t, einem anhaltenden Abfluss von Barmitteln (Cash-Burn) und einer unausgewogenen Kapitalstruktur. Die Experten prognostizieren fĂŒr die Jahre 2026 und 2027 eine Gesamtverschuldung, die die Marke von 60 Milliarden BRL ĂŒberschreiten könnte. Ohne erfolgreiche Desinvestitionen wird erwartet, dass der Verschuldungsgrad (Leverage) im laufenden Jahr auf das 5,7-Fache des EBITDA ansteigt.

Parallel dazu hat auch Moody’s das Unternehmen bereits auf „Caa1“ herabgestuft und dabei auf die schwache LiquiditĂ€t und die Risiken im Zusammenhang mit einem laufenden Anleihetausch hingewiesen. Um die Schuldenlast zu bewĂ€ltigen, bietet CSN einen Tausch von Titeln im Volumen von 1,3 Milliarden US-Dollar an. Dabei sollen GlĂ€ubiger pro 1.000 US-Dollar Nennwert etwa 253,85 US-Dollar in bar und den Rest in neuen Papieren mit einer Laufzeit bis 2030 und einem Zinssatz von 11 % erhalten. Der Refinanzierungsbedarf des Konzerns ist betrĂ€chtlich: Allein fĂŒr das Jahr 2026 stehen RĂŒckzahlungen in Höhe von 4 Milliarden BRL an, gefolgt von weiteren 10 Milliarden BRL im Jahr 2028.

Frist fĂŒr Zement-Verkauf lĂ€uft am Freitag ab

Um die Bilanz zu entlasten, forciert das Management den Verkauf von Unternehmensteilen. Im Fokus steht dabei die Sparte CSN Cimentos, fĂŒr die bis zum kommenden Freitag, den 7. August, verbindliche Angebote erwartet werden. Medienberichten zufolge koordinieren Analysten von Morgan Stanley den Prozess, bei dem die Sparte mit rund 10 Milliarden BRL bewertet wird. Zu den potenziellen Interessenten zĂ€hlen internationale BranchengrĂ¶ĂŸen wie Sinoma, Huaxin, Italcementi und Votorantim. UrsprĂŒnglich interessierte Kreise wie J&F und Suzano haben sich hingegen aus dem Prozess zurĂŒckgezogen.

Ein vollstĂ€ndiger Verkauf der ZementaktivitĂ€ten sowie die VerĂ€ußerung eines 25-prozentigen Anteils an der Infrastruktursparte könnten SchĂ€tzungen zufolge Erlöse von insgesamt 16,2 Milliarden BRL generieren. Damit ließe sich etwa ein Viertel der Gesamtschulden tilgen. Laut einer Analyse von Fitch könnte die Nettoverschuldung in diesem Szenario auf etwa 22 Milliarden BRL sinken, was den Verschuldungsgrad deutlich auf das 2,6-Fache des EBITDA reduzieren wĂŒrde.

Strategische Neuausrichtung des StahlgeschÀfts

Neben den laufenden Desinvestitionen im Zementbereich zeichnen sich auch im KerngeschĂ€ft strukturelle VerĂ€nderungen ab. Berichten zufolge prĂŒft der KontrollaktionĂ€r Benjamin Steinbruch derzeit Optionen fĂŒr einen teilweisen oder vollstĂ€ndigen Verkauf der Stahlsparte. Das Segment ist zwar fĂŒr rund 45 % des Konzernumsatzes verantwortlich, steuerte zuletzt jedoch nur einen geringen Teil zum operativen Ergebnis bei. Belastet wird das GeschĂ€ft unter anderem durch US-Zölle in Höhe von 25 % auf zahlreiche brasilianische Produkte, die seit Ende Juli die Exportmargen unter Druck setzen. Zudem sieht sich das Werk in Volta Redonda mit KapazitĂ€tsproblemen konfrontiert, was die RentabilitĂ€t in einem Umfeld sinkender Erzpreise und steigender Produktionskosten zusĂ€tzlich schmĂ€lert.

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